Mit seinen brisanten Aussagen hat Erling Haaland am Freitagabend den ganzen BVB erschüttert.
„Der Klub setzt mich unter Druck, dass ich mich entscheide“, sagte der 21 Jahre alte Norweger im Interview mit dem norwegischen Sender Viaplay. „Deswegen muss ich bald eine Entscheidung fällen.“ (NEWS: Haalands Interview im Wortlaut)
Rumms! Über den überragenden 5:1-Kantersieg der Borussia gegen den SC Freiburg redete hinterher niemand mehr. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)
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Wie sind die Worte des Super-Stürmers, der seine Mini-Torflaute mit einem Doppelpack beendete, zu verstehen?
SPORT1 sagt, was wirklich hinter den Aussagen steckt! (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)
Fjörtoft: Freund der Familie Haaland
Zunächst: Das Interview wurde geführt von Jan-Age Fjörtoft.
Der gut vernetzte Ex-Bundesliga-Profi (unter anderem Eintracht Frankfurt) ist ein guter Freund der Familie, spielte einst zwischen 1994 und 1996 mit Haaland-Papa Alf-Inge zusammen in Norwegens Nationalmannschaft. Nach den Spielen sitzen die beiden schon mal länger zusammen in der Loge von Hauptsponsor Puma und tauschen sich bei einem Kaltgetränk aus.
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Nach SPORT1-Informationen ist Fjörtoft vor dem brisanten Interview am Freitagabend kurz an die Loge gegangen und hat sich mit dem „Team Haaland“ ausgetauscht. Ob es dabei schon um die Stoßrichtung des brisanten Interviews ging, ist nicht überliefert.
Haaland-Berater Raiola mit allen Wassern gewaschen
Das rund fünfminütige Gespräch wirkt wie ein inszeniertes Spiel, das von Berater Mino Raiola, der sich kürzlich einer Operation in Mailand unterzog, aus dem Krankenbett heraus gesteuert wurde.
Der raffinierte Agent ist mit allen Wassern gewaschen, kürzlich erst sagte er im exklusiven SPORT1-Interview: „Wir können mit einem Spieler wie Erl den Markt beeinflussen. Nicht der Markt beeinflusst uns. Das wissen wir. Mit meinen Spielern habe ich den Transfermarkt verändert.“
Star-Berater Mino Raiola trifft sich exklusiv mit SPORT1 zum ausführlichen Interview. Dabei verrät der Star-Berater auch einiges über seinen Schützling Erling Haaland.
Zur Erinnerung: Der Star-Berater hatte vor rund einem Jahr europaweit für Schlagzeilen gesorgt, als er mit einer regelrechten PR-Tour bei mehreren Top-Vereinen vorstellig wurde. „Wer hat hier also wen unter Druck gesetzt?“, fragen sich viele BVB-Fans.
BVB-Sportchef Zorc: „Reaktion kann ich nicht ganz nachvollziehen“
Beim BVB haben sie das Interview jedenfalls höchst verwundert zur Kenntnis genommen. Haaland hätte, wenn er sich denn wirklich unter Druck gesetzt fühlt, jederzeit auf die Bosse zugehen können – so die Ansicht der BVB-Oberen. Das tat aber weder er noch seine Vertrauten.
Die BVB-Macher um Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke spielten das Thema runter. Sie stellten sich sogar teilweise auf die Seite ihres wertvollsten Spielers (150 Millionen Euro Marktwert). Haaland sei „ein spontaner Mensch, ein junger Bursche“, sagte Watzke. „Er darf das.“
Sportchef Michael Zorc pflichtete Watzke am Samstag im Gespräch mit SPORT1 bei: „Vielleicht ist das Interview nach dem Spiel auch aus der Emotion heraus passiert. Erling war aufgebracht und extrem verärgert über die Gelbe Karte, die doch etwas überzogen war.“
Verständnis habe Zorc für die Worte Haalands aber nur bedingt. „Die Reaktion kann ich nicht ganz nachvollziehen“, so der Manager, der betont: „Richtig ist: Es gibt keinen Druck, keine Deadline und nicht mal Gespräche in dieser Sache. Dass wir in einer solch wichtigen Thematik als Klub irgendwann Gespräche führen müssen, und das nicht erst im Sommer, das sollte einleuchten und ist im Übrigen auch der Professionalität geschuldet. Das wird sicher auch Erling verstehen, weil es im Fußball ein völlig normaler Vorgang ist.“
Haaland-BVB-Gipfel steht bevor
Verständnis kann man für beide Seiten haben. Einerseits für den BVB, der sich professionell auf einen Haaland-Abgang vorbereiten muss, zum anderen beim Spieler, der einen gültigen Vertag (bis 2024) mit einer in diesem Sommer gültigen Ausstiegsklausel hat.
In den nächsten Tagen soll es ein klärendes Gespräch zwischen dem BVB und Haaland geben. Am Samstag war das noch nicht möglich. „Wir werden das Gespräch mit Erling natürlich suchen und nachfragen, wie er das gemeint hat“, sagt Zorc. Von einer Geldstrafe wird der Klub absehen. Die Dortmunder wollen nicht weiter Öl in das ohnehin heiße Feuer gießen, sehen im Übrigen keinen Anlass dazu. „Wenn sich ein Spieler unter Druck gesetzt fühlt, dann müssen wir mit ihm darüber reden“, reicht Zorc Haaland die Hand.
Erling Haaland ist weltweit sehr begehrt. Jetzt wollen die Verantwortlichen vom BVB mit ihm über die Zukunft sprechen. Verpasst Bayern eine Chance?
Macht Haaland jetzt sogar schon im Winter den Abflug? Auszuschließen! Der Stürmer will sich auf den Fußball konzentrieren und seine Entscheidung wohl überlegt treffen. Die Chancen, dass die größte BVB-Attraktion über den Sommer hinaus bleibt, sind nach dem Interview aber geringer geworden. Er wolle „nicht jetzt“ eine Entscheidung fällen, betonte Haaland. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)
Eine zeitnahe Entscheidung wird es nicht geben. Eigentlich wollten sich die BVB-Bosse, die an sich einen guten Draht zu Raiola und Vater Haaland pflegen, in der Bundesliga-Pause ende Januar (24.-31.) treffen. Fraglich, ob es nun dazu kommt.
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