Die Anti-Doping-Kommission des Deutschen Handballbundes (DHB) hat gegen Nationalspieler Michael Kraus ein verbandsinternes Disziplinarverfahren eingeleitet. Dem Weltmeister von 2007 wird vorgeworfen, drei Meldepflicht- und Kontrollversäumnisse binnen 18 Monaten begangen zu haben.

Kraus wurde unabhängig von einer späteren Entscheidung über eine Sperre mit sofortiger Wirkung vorläufig suspendiert.

Das teilte der DHB am Mittwochabend mit.

„Ich äußere mich zu dem laufenden Verfahren nicht, da die Entscheidung des DHB noch aussteht. Ich möchte lediglich betonen, dass es sich um formelle Verstöße handelt. Ich wurde in den letzten Monaten zig mal getestet und alle Ergebnisse waren negativ“, teilte Kraus der Bild-Zeitung mit.

Der 30-Jährige steht Bundesligist Frisch Auf Göppingen nach der Sperre in der Vorbereitung auf die neue Saison bis auf Weiteres nicht zur Verfügung.

Grundlage für die Ermittlungen sind ein möglicher Verstoß gegen Artikel 2.4. des NADA-Codes und das Anti-Doping-Reglement des DHB.

„Der DHB stimmt vollauf mit der Null-Toleranz-Linie des DOSB im Anti-Doping-Kampf überein. Unsere Anti-Doping-Kommission wird den Fall im weiteren Verfahren konsequent und auf der Basis des NADA-Codes und des Anti-Doping-Reglements des DHB beurteilen“, sagte DHB-Präsident Bernhard Bauer: „Ich möchte ausdrücklich betonen, dass es sich bei Michael Kraus nicht um eine positive Dopingkontrolle, sondern um Meldepflicht- und Kontrollversäumnisse handelt. Leider muss ich dabei aber auch feststellen, dass Michael noch immer nicht richtig erwachsen ist – er muss lernen, solche Nachlässigkeiten zu vermeiden.“