Robert Lewandowski profitierte von einem Fehler von Abdulellah Al-Malki, nahm den Ball kurz in den Sechzehner mit und erzielte abschließend mit seinem linken Fuß das 2:0 gegen Saudi-Arabien – eines seiner vermeintlich einfacheren Tore seiner Karriere war für ihn ein ganz besonderes.

Dies zeigte auch der emotionale Jubel nach seinem ersten WM-Treffer. „Es war etwas, das mir in meinem Leben gefehlt hat. Es wäre ein Bedauern gewesen. Ich musste dieses Tor schießen“, erklärte der Pole im Interview bei der L‘Équipe.

Vor allem stieg der Druck nach seinem vergebenen Elfmeter im ersten Gruppenspiel bei der WM in Katar gegen Mexiko. „Es war möglich, dass es meine einzige Chance bei der ganzen WM war. Es gibt mehr Druck, den Moment nicht zu verpassen“, so der ehemalige Bayern-Star.

Seine Karriere bei der Nationalmannschaft bezeichnete der Stürmer anschließend auch als größere Herausforderungen als die Vereinslaufbahn. Lewandowski habe Probleme mit den veränderten Erwartungen und Spielern, die ihr volles Potenzial nicht ausschöpften, gehabt.

Lewandowski: „Hat lange gedauert, bis ich verstanden habe …“

„Es hat lange gedauert, bis ich verstanden habe, dass ich von anderen nicht das verlangen kann, was ich mir selbst auferlege“, erläuterte der 34-Jährige und führte aus: „In der Vergangenheit konnte ich hart sein, vor allem in der Nationalmannschaft. Zu viel Druck ausüben.“

Bei seiner Entwicklung zum Superstar war seine Herkunft aber nicht gerade förderlich, wie er zugab. Viele Leute haben nicht an den „jungen Kerl aus Polen“ geglaubt und diesem damit seine Möglichkeiten eingeschränkt. „Ich habe nicht mangelnden Respekt, sondern Verachtung erlebt“, offenbarte der Angreifer, der froh darüber ist, dass sich die Denke über junge polnische Sportler durch Iga Swiatek und ihn gewandelt hat.

Als aktiver Profi könnte der 142-malige Nationalspieler jungen Landsleuten noch länger als Vorbild dienen. Denn obwohl „Lewy“ sich schon auf seine Zeit nach der aktiven Laufbahn vorbereitet, könnte sein Rücktritt noch „lange dauern.“ „Ich liebe es immer noch, Tore zu schießen, und ich habe noch nicht alles im Fußball erforscht“, erörterte der Angreifer.

„Ich hatte keinen Sprit mehr“

So musste er vergangene Saison auch leidvoll erfahren zu was zu hartes Training führen kann. „Nach der WM habe ich mich wie verrückt vorbereitet, weil ich gesperrt war“, schilderte Lewandowski.

Doch die Sperre, die er für einen Platzverweis in La Liga kassiert hatte, wurde kurzfristig aufgehoben, sodass er doch wieder spielberechtigt war.

„Infolgedessen war ich ausgelaugt, ich hatte keinen Sprit mehr! Und ich bin die ganze zweite Saisonhälfte über meiner Form hinterhergelaufen“, fügte der Torjäger hinzu.

Gut, dass er bei der WM noch voller Energie gestrotzt und sein erstes Tor erzielt hatte.