Lothar Matthäus hat nach dem dramatischen 2:3 gegen Werder Bremen erneut die Leadermentalität von Borussia Dortmund in Frage gestellt.

In seiner Sky-Kolumne kritisierte der Experte die Einstellung einiger BVB-Profis, gerade in schwierigen Situationen: „Bei Dortmund ist es so, dass viele Leader auf dem Platz stehen, wenn es gut läuft. Wenn es Probleme gibt, verstecken sich alle. Ich würde mir mehr Schlotterbecks in diesem Team wünschen.“ (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Dabei geht der Weltmeister von 1990 explizit auf die Situation in der Nachspielzeit im Spiel gegen Bremen ein, in der der BVB noch eine 2:0-Führung innerhalb kürzester Zeit komplett verspielte: „Wenn man einen solch engagierten und auch guten Trainer hat, sechs Punkte aus zwei Spielen ergattern konnte und dann zu Hause vor 80.000 Fans nach 89 Minuten 2:0 gegen einen Aufsteiger führt, darf man sich nie im Leben so kläglich noch drei Gegentore einfangen“, schimpfte Matthäus.

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Vielmehr hätte sich der Rekordnationalspieler Spieler gewünscht, die sich nach dem Bremer Anschlusstreffer in der 89. Minute in jeden Zweikampf werfen und das Tor mit allem verteidigen, um „den Sieg einfach dreckig über die Zeit“ zu retten. Er erhoffe sich in den nächsten Spielen eine Reaktion, denn ansonsten „ist die Meisterschaft noch schneller entschieden als ohnehin in den letzten Jahren.“

Matthäus schwärmt von Bayerns „neuem“ System

Besonders viel Kritik hat Matthäus für den FC Bayern derweil nicht übrig. Er lobt die Spielfreude der Münchner in höchsten Tönen und sieht den Grund der puren Dominanz in einer Systemumstellung:

„Der FC Bayern hat sich im Grunde neu erfunden, denn die zehn letzten Meisterschaften fanden mehr oder weniger im 4-2-3-1-System statt. Jetzt hat Nagelsmann durch den Weggang von Lewandowski und den Kauf von Mané die Möglichkeit, sein favorisiertes 4-2-2-2 spielen zu lassen. Jetzt schießt nicht einer 41 Tore, sondern alle treffen“, erklärte der 61-Jährige. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Im Gegensatz zum BVB und anderen Konkurrenten klagen die Münchner derzeit über keine schwerwiegenden Probleme, vieles läuft auf eine elfte Meisterschaft in Folge hinaus – und das bereits nach dem 3. Spieltag! Die Konkurrenz mit dem BVB, RB Leipzig und Bayer Leverkusen hat bereits zum Saisonstart einige Punkte liegen lassen.

Laut Matthäus kann sich Bayern nur noch selbst im Weg stehen: „Der Meister muss nur schauen, dass alle bei Laune bleiben. Ja, wenn es im März um das Halbfinale in der Champions League geht, muss Nagelsmann schauen, wen er spielen lässt und vielleicht etwas mehr erklären. Aber bis dahin muss man hoffen, dass sich keiner schwer verletzt und genießen.“

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