Mehmet Scholl hat Niklas Süle scharf kritisiert – obwohl er in dem Verteidiger von Borussia Dortmund eigentlich einen guten Spieler sieht.
„Ich sehe ihn gerne. Ich glaube auch, dass er ein herausragender Innenverteidiger sein kann“, sagte der Ex-Profi bei Sky – um dann aber zu erklären: „Vielleicht muss er einfach mal das dritte Frühstück weglassen oder Zusatzschichten machen.“
Angesprochen auf Scholls Aussagen, hob BVB-Trainer Edin Terzic vor allem Süles Qualitäten hervor: „Die erste Aussage unterstreiche ich, dass er ein herausragender Innenverteidiger ist. Zuletzt hatten Nico Schlotterbeck und Mats Hummels die Nase vorn, aber Niclas weiß, dass er das durch gute Leistungen sowohl im Training als auch im Spiel selbst in der Hand hat, seine Einsatzzeiten zu vergrößern. Daran arbeitet er im Training.“
Scholl spielte mit seiner Kritik auf den oft kritisierten Fitnesszustand Süles an. Dieser sei schon zu dessen Zeiten beim FC Bayern ein Problem gewesen. Und auch die Einstellung hinterfragte Scholl zumindest: „Er ist ein sehr launischer Spieler, dem man anmerkt, wenn er ein Spiel draußen saß.“
Scholl: Süle muss entscheiden, ob es reicht
Generell müsse Süle „ein bisschen mehr auf seine Physis achten“, sagte Scholl weiter. Der ehemalige Bayern-Star attestierte dem BVB-Verteidiger zwar „internationale Qualität“, sieht ihn aber nicht an seinem Leistungslimit: „Letztendlich muss er selbst entscheiden, ob es ihm reicht, sporadisch reinzukommen oder wieder eine fixe Säule zu werden, die ich in ihm eigentlich sehe.“
Die Kritik an Süle ist nicht neu. Wie Scholl forderte jüngst auch Dietmar Hamann mehr Leistung von dem 28-Jährigen. Vom Ex-Bundestrainer Hansi Flick war er wegen angeblich verschenkten Potentials ebenfalls öffentlich kritisiert worden.
Dortmunds Sportdirektor Sebastian Kehl hatte Süle nach dem 1:1 gegen Paris Saint-Germain in der Champions League – bei dem Süle mit einer spektakulären Rettungstat glänzte – verteidigt und als wichtigen Spieler bezeichnet. Man brauche einen formstarken Süle, meinte der Ex-Profi.
Terzic zufolge habe Süle „jetzt auch gezeigt, wie wichtig er für uns sein kann. Es liegt jetzt an ihm, das konstant auf den Platz zu bekommen, und dann werden die kritischen Töne auch wieder leiser.“