In der Formel 1 laufen bereits die Planung für die nächste Saison, so stellt sich auch die Frage nach den Fahrerpaarungen.
Red Bull hatte zuletzt den Vertrag von Sergio Perez langfristig verlängert, sodass er auch in Zukunft mit Max Verstappen ein Duo bildet. Und auch beim Schwester-Team AlphaTauri sitzen wohl beide Piloten fest im Sattel.
„Es ist davon auszugehen, dass die jetzigen Fahrer gesetzt sind“, sagte Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko in einem Interview mit Formel1.de und schob den aufkommenden Spekulationen um Pierre Gasly und Yuki Tsunoda bereits vor der Silly-Season einen Riegel vor. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Formel 1)
Tsunoda fährt sich in den Fokus
Insbesondere die positive Entwicklung bei Tsunoda dürfte die Führungsetage wohlwollend zur Kenntnis genommen haben. Während der Japaner im Vorjahr gegenüber Gasly noch regelmäßig das Nachsehen hatte, liegt er aktuell in der Fahrerwertung vor seinem Teamkollegen und ist auch im Qualifying mittlerweile auf Augenhöhe angekommen. (DATEN: Die Fahrerwertung der Formel 1)
„Meine Leistungen sind definitiv besser als letztes Jahr, und konstanter“, zog Tsunoda vor dem Rennwochenende in Baku eine Zwischenbilanz und fuhr fort: „Wenn ich die Form, die ich jetzt habe, letztes Jahr schon gehabt hätte, wären ganz andere Ergebnisse möglich gewesen. Aber diese Erfahrung, dass es nicht immer rund gelaufen ist, macht mich nur stärker. Ich bin im Moment sehr zufrieden.“
Für Gasly hat sich die Tür zu Red Bull spätestens seit der Vertragsverlängerung von Sergio Perez geschlossen. Die Personalentscheidung heizte schnell Mutmaßungen um einen Abgang des Franzosen aus dem Red-Bull-Kosmos an.
Laut Marko gebe es für den 26-Jährigen aus Rouen allerdings „keine Alternative, die deutlich besser als AlphaTauri wäre.“
Tost untermauert Markos Aussagen
AlphaTauri-Teamchef Franz Tost sieht bei der Thematik Gasly ebenfalls keinen Anlass zur Diskussion: „Es gibt nichts zu verkünden, außer, dass er [Pierre Gasly] nächstes Jahr bei uns fahren wird. Er hat einen gültigen Vertrag“, sagte der 66-Jährige in Baku bei Sky.
Tost könne Gaslys Enttäuschung wegen der verpassten zweiten Chance bei Red Bull nachvollziehen. Trotzdem glaubt er, dass seinem Schützling „eine goldene Zukunft″ in der Formel 1 bevorsteht.
Wie AlphaTauri die Laune seines Piloten wieder anheben kann, weiß Tost ganz genau: „Wenn wir ihm ein richtig gutes Auto zur Verfügung stellen, dass er da vorne mitfahren kann, dann hat er gar keinen Grund, irgendwo anders hin zu wechseln.“
Gasly will Perspektive
Der Franzose selbst hat großen Spaß bei seinem Team und das Auto weiterzuentwickeln, sagt aber auch: „Ich habe natürlich auch persönliche Ziele. Und meine persönlichen Ziele sind nicht, auf Dauer um den Einzug in die Top 10 zu kämpfen. Dafür reiße ich mir nicht jeden Tag den Arsch auf, sondern ich will mehr als das. Ich will vorn mitfahren.“
Kein Wunder, dass daher zuletzt das Gerücht aufkam, dass er möglicherweise zu Mercedes wechselt.
Daher will er auch das Gespräch mit Marko suchen und mit ihm über die Zukunft sprechen, denn sein Vertrag bei AlphaTauri läuft bis 2023. „Ich habe ein sehr gutes Verhältnis zu Helmut. Jetzt müssen wir halt eine Lösung finden, die für uns alle funktioniert“, meint er.
Schlechte Aussichten für Nachwuchshoffnungen
Die Red Bull-Nachwuchspiloten aus der Formel 2 werden derweil die jüngsten Nachrichten eher mit einem Stirnrunzeln zur Kenntnis genommen haben. Dort stehen neben Formel-3-Champion Dennis Hauger auch Liam Lawson, Jehan Daruvala sowie Jüri Vips in der Warteschlage und hoffen auf ein Cockpit in der Königsklasse.
„Die müssen alle noch ein Jahr warten“, lautete die unbefriedigende Prognose von Marko. Immerhin stellt der 79 Jahre alt Österreicher seinen Junioren Einsätze als Ersatzfahrer in Aussicht, falls einer der Stammpiloten coronabedingt ausfallen sollte.
Zudem müssen die Teams seit dieser Saison zweimal einen Rookie-Fahrer, der noch nicht mehr als zwei Formel-1-Rennen bestritten hat, im ersten Freien Training einsetzen – davon profitierte zuletzt Vips in Barcelona.
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