Wer als Teenager dem FC Bayern absagt, dem dürfte es an Selbstvertrauen kaum mangeln.
So scheint es bei Aaron Hickey, der mit 18 Jahren genau das tat. Neben einem Angebot aus München hatte er auch noch eines von Aston Villa und eines von seinem Jugendklub Celtic Glasgow vorliegen. Doch der Schotte ging stattdessen zum FC Bologna.
In Italien überzeugte ihn die Aussicht, direkt in der ersten Mannschaft eines Teams aus der Serie A zu spielen. Es scheint keine schlechte Entscheidung gewesen zu sein, wie sich rund eineinhalb Jahre später zeigt.
Hickey erobert die Serie A im Sturm
Hickey hat sich auf der linken Seite als Stammspieler in Bologna etabliert. Der Linksverteidiger, der auch als linker Mittelfeldspieler eingesetzt wird, kommt in dieser Saison bereits auf 27 Spiele in der Serie A – fast alle absolvierte er über die vollen 90 Minuten.
Als der gebürtige Glasgower im September 2021 aus rund 20 Metern seinen ersten Treffer für Bologna erzielte, trug er sich in ein schmale Liste ein. Er war erst der vierte Schotte, der in der Serie A treffen konnte. Nach Graeme Souness, Joe Jordan und Denis Law.
„Es ist verrückt“, beschrieb Hickey damals sein Kunststück und fügte hinzu: „Mit Namen wie Souness und Joe Jordan auf einer Stufe zu stehen, ist ein großer Erfolg für mich. Ich bin wirklich stolz.“
Mittlerweile steht der 19-Jährige bereits bei vier Treffern und hat die Serie A im Sturm erobert.
Paulo Dybala war immer wieder ein Thema beim FC Bayern. Im Sommer ist der 28-Jährige jetzt ablösefrei zu haben. Schlägt der Rekordmeister womöglich zu?
Entscheidung gegen Bayern wegen „familiärer Atmosphäre“
Nun ist Hickey zum ersten Mal für die schottische Nationalmannschaft nominiert worden. Ein steiler Aufstieg, der seine Entscheidung für Bologna – und gegen den FC Bayern – rückblickend bestätigt. Er hatte sich gründlich überlegt, wo er seine Karriere fortsetzen wollte. Auch an der Säbener Straße war er vorstellig geworden.
Am Ende sorgte die „familiäre Atmosphäre“ in Bologna – und die Aussicht auf regelmäßige Einsätze in der ersten Mannschaft – für seinen Entschluss.
Das Umfeld ist für Hickey sehr wichtig, der als eher ruhigerer Mensch gilt. „Er spricht nie, er lächelt nur“, sagte Hickeys Jugendtrainer Craig Levein BBC Sport Scotland. „Er ist ein bisschen schüchtern, aber das hat ihm bei großen Spielen geholfen, denn er scheint sich nie aufzuregen.
Wenn der Schotte an seine Leistungen anknüpfen kann, dann dürfte er schon bald ein spannender Spieler für so manchen Top-Klub sein. Vielleicht ist ja dann auch der FC Bayern nochmal ein Thema.