„‚Warte, was hast du gesagt? Bayern will mich?‘ Am Anfang konnte ich es nicht wirklich glauben.“
Es ist nun etwas länger als ein Jahr her, als Bouna Sarr sich auf die Spuren von Franck Ribéry begab, sich seinen ganz großen Traum erfüllte und diese Worte an seinen Agenten Patrick Mendy richtete.
Es war ein Wechsel, der wohl nicht nur in München für eine Überraschung sorgte. Acht Millionen Euro überwies der FC Bayern an Olympique Marseille, in der Hoffnung, endlich eine gute Lösung auf der Position des Rechtsverteidigers zu haben.
Mindestens ein guter Backup in der Defensive, vielleicht aber sogar mehr als das – das dürfte die Hoffnungen gut zusammenfassen.
Matthäus: „Sarr einfach kein Bayern-Spieler“
Im Dezember 2021, 14 Monate nach seinem Wechsel, muss man festhalten: Die Hoffnungen der Bayern-Verantwortlichen und -Fans an Sarr blieben unerfüllt.
In 25 Pflichtspielen kam der 29-Jährige bislang zum Einsatz, zumeist handelte es sich dabei um Kurzeinsätze. Unter Bayern-Coach Julian Nagelsmann spielte er in der Hinrunde kaum mehr eine Rolle und wurde fast ausschließlich gebracht, wenn ein Spiel bereits entschieden war.
„Sarr ist einfach kein Bayern-Spieler“, schrieb Lothar Matthäus in seiner Sky-Kolumne. Damit dürfte er die Gedanken einiger Fußball-Fans laut ausgesprochen haben. Nicht wenige sehen in Sarr, der einen gut dotierten Vierjahresvertrag erhielt, das vielleicht größte Missverständnis in der Amtszeit von Sportvorstand Hasan Salihamidzic.
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nDESCRIPTION: Die Hinrunde der Fußball-Bundesliga ist zu Ende. Sie lieferte erneut spektakuläre Highlights, wie das Traumtor von Leroy Sané zum 1:0 gegen Arminia Bielefeld.
FC Bayern soll Dest an der Angel haben
Mittlerweile scheint klar, dass der deutsche Rekordmeister eine andere Lösung auf der rechten Seite finden muss. Laut dem Transfer-Insider und Barca-Experten Gerard Romero ist der Klub mit dem FC Barcelona sogar bereits über den Transfer von Sergino Dest einig. (Zum SPORT1-Transferticker)
Der 21 Jahre alte Rechtsverteidiger sollte schon im Sommer 2020 verpflichtet werden. Damals hatte sich Dest allerdings für die Katalanen entschieden – ansonsten wäre Sarrs Bayern-Traum, von dem er nicht nur bei seiner Vorstellung erzählte, wohl nie in Erfüllung gegangen.
Sollte Dest noch im Winter kommen, was aktuell eher unwahrscheinlich scheint, könnte Sarr endgültig ins zweite oder gar dritte Glied rücken. Dabei wollte sich der Mann aus dem berüchtigten Fußballer-Stadtviertel Gerland in Lyon doch auf die Spuren von Ribéry begeben.
„Wenn man unsere Vereine anschaut, haben wir eine ziemlich identische Wegstrecke hingelegt, das stimmt“, sagte Sarr, der erst in Marseille zum Rechtsverteidiger umgeschult wurde, bei seiner Vorstellung im Bayern-Mitgliedermagazin 51: „Er war in Metz, Marseille und bei Bayern – genau wie ich. Als ich offensiver Flügelspieler war, war er mein absolutes Vorbild. Ich werde hier vermutlich nicht so viele Titel holen wie er. Er war viel jünger, als er hierhergekommen ist – aber es ist mein Ansporn, möglichst viele seiner Erfolge zu wiederholen.“
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Sarr gibt nicht auf – und legt Sonderschichten ein
Damit könnte es nun schwierig werden, doch aufgeben kommt für Sarr nicht in Frage. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)
Während seine Teamkollegen die freien Tage rund um Weihnachten genießen, schuftet der Senegalese, der auch einen französischen Pass besitzt, in der Sonne von Florida. Dort trainiert er laut der tz unter dem Personal-Trainer Raphael Darch – gemeinsam mit den Leipzig-Profis Ilaix Moriba und Mohamed Simakan.
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nCAPTION: Titel, Zoff und neuer Trainer: Das wilde Bayern-Jahr 2021
nDESCRIPTION: Im Januar noch die Pokal-Blamage gegen Kiel, im Dezember wieder Herbstmeister und dazwischen Titel, Chaos und ein Trainerwechsel. Das Bayern-Jahr 2021 war turbulent.
Allerdings wird Sarr den Bayern nach der Winterpause wohl erst einmal fehlen, da Senegal ihn für den anstehenden Afrika-Cup nominiert hat. Viele europäische Klubs wollen jedoch ihren Spielern wohl die Freigabe dafür verweigern.
Egal, wie das ausgeht – an der Einstellung von Saar gibt es wenig auszusetzen. „Ich habe das in Marseille schon einmal erlebt. Bayern ist ein Verein von großem Format, da wird weniger nachsichtig gehandelt. Von einem Spiel zum nächsten muss man sein Bestes geben“, betonte der Nationalspieler des Senegals jüngst.
„Ich werde im Juni mit Bayern Bilanz ziehen“, sagte Sarr jüngst. Ein Kämpferherz hat er jedenfalls.