Die Tour de France ist eines der größten und beliebtesten Sportereignisse der Welt. Seit 1903 zieht sie die Radsportfans aus aller Welt in ihren Bann. 2024 wird sie bereits zum 111. Mal ausgetragen. (Die Tour de France 2025 im LIVETICKER)

Es gibt viele wichtige und legendäre Radrennen, aber ein Sieg bei Le Tour steht über allem. Mit Jan Ullrich gewann bisher erst ein Deutscher das wichtigste Radrennen der Welt. Rekordsieger sind inzwischen wieder die fünfmaligen Sieger wie Miguel Indurain – denn Betrüger Lance Armstrong wurden seine sieben Erfolge aberkannt.

Die Tour ist eben doch mehr als nur eines der drei großen Radrennen des Jahres – sie ist ein Mythos, der Helden hervorbringt. Einige Sieger macht sie zu Legenden ihres Sports, einige wie Lance Armstrong fallen tief.

SPORT1 präsentiert zunächst die erfolgreichsten Fahrer (fünf Siege) bei der Tour de France und danach alle Sieger seit 1903 in der Übersicht.

5 Siege: Jacques Anquetil (1957, 1961-1964)

„Maitre“ Jacques war der erste Fahrer, der die Tour fünfmal gewann, trotzdem war der kühle Franzose bei seinen Landsleuten nie so beliebt wie sein Dauerrivale und der ewige Tour-Zweite Raymond Poulidor, der Großvater des heutigen Superstars Mathieu van der Poel.

Anquetil war mit seinen Qualitäten im Zeitfahren und seiner Ästhetik auf dem Rad der Prototyp für spätere Dauersieger wie Miguel Indurain. Er starb schon 1987 mit nur 53 Jahren.

5 Siege: Eddy Merckx (1969-1972, 1974)

Bei keinem Sportstar passte der Spitzname so perfekt. Denn die belgische Radsport-Ikone war tatsächlich ein „Kannibale“. Für ihn war in jedem Rennen und auf jeder Etappe der Sieg das Ziel. Der wohl beste Radsportler der Geschichte gewann neben fünf Tour-Gesamtwertungen (und 34 Etappen) auch die Vuelta, fünfmal den Giro d‘Italia, siebenmal Mailand-Sanremo, dreimal Paris-Roubaix, fünfmal Lüttich-Bastogne-Lüttich und wurde dreimal Straßen-Weltmeister.

5 Siege: Bernard Hinault (1978, 1979, 1981, 1982, 1985)

Frankreich wartet seit dem letzten großen Auftritt des „Dachs“ mittlerweile seit 39 Jahren auf einen weiteren Gesamtsieger. Dabei wäre 1985 wohl Hinaults Teamkollege Greg LeMond schon stärker gewesen, musste sich aber im Team des auch im Fußball berüchtigten Magnaten Bernard Tapie der Teamhierarchie beugen. Ironischerweise war Hinault ein Jahr später in Topform, hielt sich aber an sein Versprechen und verhalt LeMond zum ersten Toursieg eines US-Amerikaners. Bis 2016 blieb Hinault der Tour im Betreuerstab erhalten und kleidete regelmäßig seine Nachfolger in das legendäre Gelbe Trikot.

5 Siege: Miguel Indurain (1991-1995)

Der spanische Zeitfahrspezialist ist der einzige fünfmalige Triumphator, der seine Erfolge hintereinander einfahren konnte. Sein legendäres Banesto-Team dominierte die frühen 90er Jahre. Indurain war ein Meister der Taktik und Renneinteilung. Erst 1996 entthronte ihn Team Telekom mit Kapitän Bjarne Riis und als Helfer dem damals auch schon stärksten Fahrer im Feld: Jan Ullrich.

Die Sieger der Tour de France in chronologischer Reihenfolge

JahrSieger
1903Maurice Garin
1904Henri Cornet
1905Louis Trousselier
1906René Pottier
1907Lucien Petit-Breton
1908Lucien Petit-Breton (alle Frankreich)
1909François Faber (Luxemburg)
1910Octave Lapize
1911Gustave Garrigou (beide Frankreich)
1912Odiel Defraeye
1913Philippe Thys
1914Philippe Thys (beide Belgien)
1915 bis 1918– (Erster Weltkrieg)
1919Firmin Lambot
1920Philippe Thys
1921Léon Scieur
1922Firmin Lambot (alle Belgien)
1923Henri Pélissier (Frankreich)
1924Ottavio Bottecchia
1925Ottavio Bottecchia (Italien)
1926Lucien Buysse (Belgien)
1927Nicolas Frantz
1928Nicolas Frantz (Luxemburg)
1929Maurice De Waele (Belgien)
1930André Leducq
1931Antonin Magne
1932André Leducq
1933Georges Speicher
1934Antonin Magne (alle Frankreich)
1935Romain Maes
1936Sylvère Maes (beide Belgien)
1937Roger Lapébie (Frankreich)
1938Gino Bartali (Italien)
1939Sylvère Maes (Belgien)
1940 bis 1946– (Zweiter Weltkrieg und Nachkriegszeit)
1947Jean Robic (Frankreich)
1948Gino Bartali
1949Fausto Coppi (beide Italien)
1950Ferdy Kübler
1951Hugo Coblet (beide Schweiz)
1952Fausto Coppi (Italien)
1953Louison Bobet
1954Louison Bobet
1955Louison Bobet
1956Roger Walkowiak
1957Jacques Anquetil (alle Frankreich)
1958Charly Gaul (Luxemburg)
1959Federico Bahamontes (Spanien)
1960Gastone Nencini (Italien)
1961Jacques Anquetil
1962Jacques Anquetil
1963Jacques Anquetil
1964Jacques Anquetil (Frankreich)
1965Felice Gimondi (Italien)
1966Lucien Aimar
1967Roger Pingeon (beide Frankreich)
1968Jan Janssen (Niederlande)
1969Eddy Merckx
1970Eddy Merckx
1971Eddy Merckx
1972Eddy Merckx (Belgien)
1973Luis Ocana (Spanien)
1974Eddy Merckx
1975Bernard Thévenet (Frankreich)
1976Lucien Van Impe (Belgien)
1977Bernard Thévenet
1978Bernard Hinault
1979Bernard Hinault (beide Frankreich)
1980Joop Zoetemelk (Niederlande)
1981Bernard Hinault
1982Bernard Hinault
1983Laurent Fignon
1984Laurent Fignon
1985Bernard Hinault (beide Frankreich)
1986Greg LeMond (USA)
1987Stephen Roche (Irland)
1988Pedro Delgado (Spanien)
1989Greg LeMond
1990Greg LeMond (USA)
1991Miguel Indurain
1992Miguel Indurain
1993Miguel Indurain
1994Miguel Indurain
1995Miguel Indurain (Spanien)
1996Bjarne Riis (Dänemark)
1997Jan Ullrich (Deutschland)
1998Marco Pantani (Italien)
1999
2000
2001
2002
2003
2004
2005– (alle Lance Armstrong wegen Doping-Betruges aberkannt)
2006Óscar Pereiro
2007Alberto Contador
2008Carlos Sastre
2009Alberto Contador (alle Spanien)
2010Andy Schleck (Luxemburg)
2011Cadel Evans (Australien)
2012Bradley Wiggins (Großbritannien)
2013Chris Froome
2014Vincenzo Nibali (Italien)
2015Chris Froome
2016Chris Froome
2017Chris Froome
2018Geraint Thomas (beide Großbritannien)
2019Egan Bernal (Kolumbien)
2020Tadej Pogačar
2021Tadej Pogačar
2022Jonas Vingegaard
2023Jonas Vingegaard (Dänemark)
2024Tadej Pogačar (Slowenien)