Wie steht es um den an Lungenkrebs erkrankten Christoph Daum? Reiner Calmund hat über die Situation seines Freundes gesprochen – und über dessen Reaktion auf Genesungswünsche eines langjährigen Rivalen.

„Ich war vor ein paar Tagen bei ihm, er ist in der zweiten Phase der Behandlung. Da weiß man, dass das nicht angenehm ist“, erklärte Calmund dem Express. „Aber er ist ein Kämpfer und ich drücke ihm nicht nur alle Daumen und alle Zehen, dass er den Kampf gewinnen wird.“

„Er selber ist optimistisch“, berichtete Calmund, „aber es ist eben nicht nur eine Erkältung, das ist dann nicht so ganz, ganz einfach.“

Erst kürzlich verriet Daum der Deutschen Presse-Agentur, dass er auch von seinem ehemaligen Konkurrenten Uli Hoeneß Genesungswünsche erhielt.

„Er war nach dem Hoeneß-Anruf so geflasht“

„Christoph hat mich danach selber angerufen und gefragt, ob ich ihm die Nummer vom Hoeneß geben kann“, erzählte Calmund. „Er wollte sich nochmal bedanken. Er war nach dem Hoeneß-Anruf so geflasht.“

Für Calmund ein Zeichen, dass sich beide auch trotz der langjährigen Rivalität stets zu schätzen wussten. „Das gehört auch dazu bei Hoeneß und spricht auch für ihn – egal ob er sich vorher gefetzt hat. Die beiden waren zusammen in einer Branche, haben zusammen gearbeitet und die beiden haben sich auch geschätzt“, meinte Calmund, der sich sicher war: „Wenn man sich nicht schätzt, zankt man sich ja auch nicht.“

Wenn sich beide nicht respektiert hätten, hätten sie gesagt: „Lass den Jeck doch herumlaufen, der kann erzählen, was er will, die Micky Maus‘“, scherzte Calmund in gewohnter Manier, „aber da haben zwei Große immer den Säbel gezogen“. Gerade deswegen bedeuteten Daum die Worte von Hoeneß so viel.

„Der Christoph ist nun dankbar“, betonte Calmund. „Und jetzt gucken wir auch ein bisschen zum lieben Gott und hoffen, dass die Mediziner das alles in die Reihe bekommen.“

Daum, unter anderem als Trainer bei Köln, Leverkusen, Stuttgart und Frankfurt aktiv, hatte sich mit Bayern-Manager Hoeneß seit dem Ende der 80er immer wieder hitzige Wortgefechte geliefert. Inzwischen hat sich das Verhältnis der beiden deutschen Fußball-Ikonen aber normalisiert.