Das Drama um Kamila Walijewa erinnert Olympiasiegerin Aljona Savchenko an schlimme Erfahrungen, die sie am eigenen Körper erleben musste.

Im Gespräch mit Eurosport berichtete die deutsche Goldmedaillengewinnerin von Pyeongchang 2018, dass auch sie in ihrer Jugend üble Behandlung durch Trainer erlebt habe. (News: Alle aktuellen Infos zu Olympia 2022)

„Ich hatte Trainer, die mich mit Schonern auf den Kopf geschlagen haben, wenn ich irgendwelche Elemente schlecht gemacht habe“, erzählte sie von ihrer Vergangenheit. Zudem sei sie von Trainern in der kalten Eishalle mit Wasserpistolen beschossen worden.

Selbst das Essen wurde streng überwacht, was dazu führte, dass sie Lehrgänge zumeist hungrig absolviert habe. „Wir haben in der Kantine heimlich nach Essen gefragt, uns hier und da etwas geklaut und versteckt gegessen. Es war nicht anders möglich.“

Savchenko hofft auf Umdenken nach Walijewa-Drama

Vor allem in jungen Jahren könne so ein Verhalten der Trainer schwerwiegende Folgen haben, da man diesen Personen so viel Vertrauen schenke.

„Du gibst deinen Körper, dein Leben. Und wenn du einen Traum hast, Olympia zu gewinnen, dann gibst du alles.“

Daher hoffe sie, dass das Drama um die 15-jährige Walijewa nun ein Zeichen sei, dass sich etwas ändere. „Es muss beim Umgang mit Kindern mehr Professionalität geben“, forderte sie.

Nach den besorgniserregenden Bildern der Eiskunstlauf-Kür der 15-jährigen Kamila Walijewa hat sich Thomas Bach bestürzt über das Umfeld der Russin gezeigt.

Nach den besorgniserregenden Bildern der Eiskunstlauf-Kür der 15-jährigen Kamila Walijewa hat sich Thomas Bach bestürzt über das Umfeld der Russin gezeigt.

Olympia: Mindestalter nötig?

Ihrer Meinung nach ist auch die Einführung eines Mindestalters wichtig. Erst mit 17 oder 18 sei man in der Lage, Anweisungen der Trainer auch zu hinterfragen und für sich selbst zu entscheiden: „Mache ich das oder mache ich das nicht?“

Sie selbst sei heute noch dankbar, dass sie damals zu Alexander König gekommen sei. Er „war das Beste, was uns passieren konnte. Ich hatte die Schnauze voll von dem ganzen Druck.“

Für ihren großen Traum einer Goldmedaille bei Olympischen Spielen musste sie einen Trainer finden, der ihr positive Energie vermittelt. Nicht immer dieses „Du musst! Du musst! Du musst! Aber wir müssen nicht um jeden Preis. Manchmal ist das zu viel.“

Eisiges Klima: Walijewa-Trainerin Tutberidse

Mit seiner Weisheit und Lebenserfahrung habe König ihr genau das vermittelt, was ihr zum ganz großen Triumph gefehlt hatte: „Diese Fähigkeit haben nicht viele und das fehlt im ganzen System.“

Das Beispiel Walijewa scheint diese Aussage zu bestätigen. Ihre Trainerin Eteri Tutberidse hat nach dem Kür-Drama auf jeden Fall keine positive Energie an ihren jungen Schützling weitergegeben.

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