Bayern Münchens Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge hat einen konkreten Vorschlag unterbreitet, um den internationalen Spielkalender zu entzerren.

„Wir haben heute rund 40 Prozent mehr Länderspiele als früher. Wenn ich daran erinnern darf, hatten wir früher in der Champions League eine zweite Gruppenphase. Die haben wir abgeschafft, um die Spieler weniger zu belasten. Was ist danach passiert? Die vier Spieltage wurden den Nationalmannschaften zugeschlagen“, sagte der ehemalige Nationalmannschaftskapitän der Sport Bild.

Rummenigge weiter: „Jetzt spielen wir gegen San Marino, Gibraltar, Kosovo. Da frage ich mich: Wieso gibt es für solche kleinen Länder keine Qualifikation?“

Die Antwort sei klar, so der 60-Jährige: „Weil sie eine Stimme in der FIFA und der UEFA haben, die genauso schwer wiegt wie die deutsche. Es geht immer weniger um Sport, sondern immer mehr um Politik und Finanzen.“

Ein Spiel, das nicht zu seinen Karriere-Highlights gehört: Thomas Müller übt deutliche Kritik am Spiel in San Marino.

Ein Spiel, das nicht zu seinen Karriere-Highlights gehört: Thomas Müller übt deutliche Kritik am Spiel in San Marino.

Müller stellt Sinn infrage

Nach dem 8:0-Sieg der deutschen Nationalmannschaft in San Marino hatte auch Bayern-Stürmer Thomas Müller die Sinnhaftigkeit solcher Spiele infrage gestellt. „Der Romantiker sagt: Solche Spiele gehören auch dazu für die Kleinen. Andererseits ist es als Spieler schon sehr mühsam, wenn man mit der Spielweise zu tun hat“, sagte Müller. „Mit professionellem Fußball hatte das natürlich nichts zu tun.“

Der Pressesprecher des NOKs von San Marino konterte die Vorwürfe mit einem bitterbösen Brief via Facebook.

„Sie hätten nicht für nichts nach San Marino kommen müssen, an einem Wochenende ohne Bundesliga, das Sie auch mit Ihrer Frau auf der Couch in Ihrer luxuriösen Villa hätten verbringen können“, hieß es unter anderem darin.

0:8 verloren und dann stellt auch noch ein Superstar des Gegners die Sinnhaftigkeit des Spiels in Frage. Das geht dem NOK San Marinos zu weit und man reagiert mit einem offenen Brief an Thomas Müller.

0:8 verloren und dann stellt auch noch ein Superstar des Gegners die Sinnhaftigkeit des Spiels in Frage. Das geht dem NOK San Marinos zu weit und man reagiert mit einem offenen Brief an Thomas Müller.

Zuvor hatte Rummenigge wiederholt den internationalen Spielkalender kritisiert und dabei vor allem die Duelle mit kleinen Fußball-Nationen aufs Korn genommen.

Lahm widerspricht Müller

Bayern-Kapitän Philipp Lahm sprach sich hingegen für solche Spiele wie gegen San Marino aus.

Viele Fans sind sich einig, dass das WM-Qualifikationsspiel gegen San Marino überflüssig war. Weltmeister Philipp Lahm sieht das anders und versetzt in die Lage des Außenseiters.

Viele Fans sind sich einig, dass das WM-Qualifikationsspiel gegen San Marino überflüssig war. Weltmeister Philipp Lahm sieht das anders und versetzt in die Lage des Außenseiters.

„Kleine Vereine und auch kleine Länder freuen sich auf solche Spiele. Ich glaube für San Marino war es das größte Spiel in diesem Jahr, wenn nicht in den letzten Jahren“, sagte Lahm im Rahmen einer Veranstaltung der Deutschen Sportlotterie. „Fußball ist Freude, Sport ist Freude – und der sollte im Vordergrund stehen.“