Ihr Engagement als erste weibliche Assistenztrainerin in der Macho-Welt der NBA feierte Becky Hammon ganz entspannt bei einem Konzert von Justin Timberlake.

„Danke für all die Liebe und Unterstützung heute. Ich fühle mich unglaublich gesegnet“, twitterte die 37-Jährige am Ende eines turbulenten Tages.

Und es ist nicht verwunderlich, dass dieser Schritt in San Antonio vollzogen wird, denn der kauzige Popovich ist immer wieder für eine Überraschung gut.

Fünfmal führte er die Spurs seit seinem Amtsantritt 1996 zum Titel, nur zwei NBA-Trainer haben überhaupt mehr Meisterschaften gewonnen.

Dabei setzte der 65 Jahre alte „Coach Pop“ auf so viele ausländische Profis wie niemand zuvor.

Erst vor wenigen Wochen holte er in dem italienischen Top-Coach Ettore Messina zudem einen Europäer als weiteren Assistenten an seine Seite.

Und nun also Hammon. Als Aufbauspielerin wurde sie sechsmal WNBA-Allstar und zudem 2011 in den Kreis der 15 Besten in der Historie der Liga gewählt.

Nachdem sie wiederholt nicht für das US-Nationalteam berücksichtigt worden war, bemühte sich die 1,68 m kleine Rebecca Lynn Hammon vor sechs Jahren um die russische Staatsbürgerschaft – und gewann mit dem Team 2008 bei ihrer ersten Olympia-Teilnahme in Peking Bronze.

Ihr Schritt, für Russland zu spielen, wurde kontrovers diskutiert.

Die frühere US-Trainerin Anne Donovan warf ihr fehlenden Patriotismus vor, doch Hammon blockte ab. „Ich liebe mein Land“, sagte Hammon, die 1999 nicht mal im Draft berücksichtigt worden war und sich trotzdem ihren Weg an die Spitze freikämpfte.

Die erste Frau in einem NBA-Trainerstab ist Hammon jedoch nicht.

Pionierin war Lisa Boyer, die 2001 und 2002 zwischenzeitlich für die Cleveland Cavaliers arbeitete.

Während Boyer, die ohne Bezahlung nur in Teilzeit dabei war, schnell wieder verschwand, will sich Hammon etablieren: „Es ist eine große Herausforderung, aber ich bin sehr zuversichtlich.“