Die Detroit Pistons haben einen schmachvollen Negativrekord in der Basketball-Profiliga NBA aufgestellt. Das Team aus Michigan verlor in der Nacht zu Mittwoch 112:118 gegen die Brooklyn Nets und kassierte damit die 27. Pleite in Folge.

Auch die 41 Punkte von Topscorer Cade Cunningham reichten nicht aus, um den ersten Erfolg seit dem 28. Oktober feiern zu können. Damit übertraf Detroit, das 1989, 1990 und 2004 den NBA-Titel gewann, die Cleveland Cavaliers (2010/11) und die Philadelphia 76ers (2013/14). Die beiden Teams hatten zuletzt mit 26 Niederlagen hintereinander in einer Saison eine ähnliche Horrorserie hingelegt.

Williams selbstkritisch: „Trainer werden an ihrer Leistung gemessen“

„Man muss sich klar machen, wo wir stehen“, sagte Pistons-Trainer Monty Williams nach dem Spiel: „Niemand will, dass so etwas an ihm hängen bleibt und unterm Strich ist es mein Job. Trainer werden an ihren Leistungen gemessen“, zeigte er sich selbstkritisch. Der 52-Jährige wurde im Sommer zum bestbezahltesten Head Coach der NBA, indem er in sechs Jahren 78,5 Millionen Dollar einstreichen soll.

Cunningham zieht Team in die Verantwortung: „Müssen uns gegenseitig anspornen“

Cade Cunningham, der sich mit überragenden 37 Punkten in Hälfte zwei vehement gegen die 27. Niederlage am Stück gestemmt hatte, zeigte sich gefrustet und kämpferisch zugleich. „Es belastet uns jeden Tag“, erklärte der 22-Jährige, jedoch müsse man sich weiter „gegenseitig anspornen“ und sich „gegenseitig zur Verantwortung ziehen, mehr denn je“.

Zwar appellierte Cunningham in der Umkleide leidenschaftlich an seine Kollegen, jedoch verdeutlichte er auch den Ernst der Lage. „Es gibt im Moment nichts Positives an dieser Situation, in die wir uns selbst gebracht haben, deshalb müssen wir tief graben und uns da rausholen“, forderte er.

Für den Nummer-eins-Pick aus dem Jahr 2021 ist es inzwischen schon zur Gewohnheit geworden, trotz einer starken Performance, als Verlierer vom Platz zu gehen. Tatsächlich hat er laut ESPN-Stats in allen seiner zehn Matches verloren, in denen er 30 oder mehr Punkte erzielt hat, was die längste Serie zu Beginn einer Karriere in der NBA-Geschichte darstellt.

Detroit Pistons angezählt: Fans fordern Verkauf des Teams

Selbst mit dem immer stärker werdenden 22-Jährigen werden die Detroit Pistons in dieser Saison den Einzug in die Play-offs klar verpassen und die Saison nicht mehr retten können. Trotzdem müssen die Pistons ihr Gesicht in der sportverrückten Stadt bewahren bzw. wiederherzustellen. Die Stimmung ist schließlich mehr als angespannt.

Versuchten die Fans das Team beim Stande von 97:92 im letzten Viertel noch mit „Let´s go Pistons“-Rufe zu motivieren, kippte die Stimmung, als die Nets das Match mit einem 26:15-Run drehten. „Verkauft das Team“, ertönte es in der Halle. Bereits in den letzten Wochen fielen die Piston-Fans mit dieser fürs Team wenig motivierenden Rufe auf.

„Das Publikum war fantastisch, aber es gibt einige, bei denen ich mich frage: Wer ist wirklich auf unserer Seite?“, zitierte ESPN Pistons-Guard Jaden Ivey. „Verkauft das Team zu singen, war ein bisschen viel“, empfindet Ivey, der versprach, dass man „die richtigen Leute im Locker Room“ habe und „füreinander spielen“ wolle.

Nächster Negativ-Rekord droht

Umso wichtiger wäre es, in der Nacht zu Freitag bei den Boston Celtics einen positiven Anfang zu machen.

Verlieren die Pistons auch das nächste Spiel beim Führenden der Eastern Conference, wäre der nächste Negativrekord eingestellt: Die Philadelphia 76ers kassierten einst am Ende der Spielzeit 2014/15 und zu Beginn der Spielzeit 2015/16 insgesamt 28 Pleiten am Stück.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)