Das Ferrari-Fiasko beim Formel-1-Rennen am vergangenen Sonntag in Frankreich war für den langjährigen Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug ein „Schlag in die Magengrube“. Im AvD Motor und Sport Magazin auf Sport1 sprach der 69-Jährige nach dem selbstverschuldeten Ausfall des bis dahin führenden Charles Leclerc (Monaco) Klartext. „Das war für mich ungewohnt, dass ein Führender abfliegt“, sagte Haug: „Das gibt es wirklich nur alle Jubeljahre.“

Nach dem Ausfall liegt Leclerc bei zehn noch ausstehenden Rennen in der WM-Wertung bereits 63 Punkte hinter dem führenden Weltmeister Max Verstappen (Niederlande/Red Bull). „Der Abstand hat sich fast verdoppelt“, sagte Haug: „Selbst wenn Leclerc nun zehn Siege holt und Verstappen zehnmal Zweiter wird, gewinnt er gerade so.“ Allerdings: „Aus eigener Kraft Verstappen in zehn Rennen zu schlagen, wird sehr schwierig.“

Der zweimalige Le-Mans-Sieger Manuel Reuter ging sogar noch einen Schritt weiter. „Wenn man sich das ganz realistisch anschaut, ist das Ding fast durch für Red Bull und Verstappen“, sagte der 60-Jährige: „So viele Fehler werden sie nicht mehr machen.“

Das nächste Rennen vor der vierwöchigen Sommerpause der Formel 1 findet am kommenden Wochenende in Budapest statt.