Ein wutentbrannter Svetislav Pesic, die Taktiktafel wegwerfend, die Spieler zusammenstauchend.

Es sind die letzten Bilder, die von der jüngsten, bitteren Pleite der Basketballer des FC Bayern München in Erinnerung geblieben sind.

Ein 67:84 (30:50) gegen Fenerbahce Istanbul: An sich keine Schande – aber das Wie. Der Vizemeister zeigte eine gerade zu Anfang peinliche Vorstellung. Unkonzentriert, ohne jede Entschlossenheit, ohne Selbstbewusstein – die Bayern setzten den negativen Trend der letzten Spiele fort. Nach der fünften Pflichtspielniederlage in Folge lässt sich die Krise nicht mehr wegdiskutieren.

Mehr noch: Coach Pesic wird bei den Fans erstmals vernehmbar in Frage gestellt – in der Halle, in den sozialen Medien. Was, so der allgemeine Tenor, läuft da grad schief – sportlich, auch einstellungstechnisch?

https://twitter.com/diddoff/status/667433349649182720

Krisenende gegen Kellerkinder?

Der Trainer-Routinier ist nun gefordert, diese Stimmen zum Verstummen zu bringen. Schon am Sonntag kann er den ersten Schritt machen.

Das Spiel beim Tabellen-16. Eisbären Bremerhaven (So., ab 15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) mit Ex-NBA-Profi Tyrus Thomas steht an, Eine Woche später kommen die nur dank einer Wildcard in der Liga gebliebenen Crailsheim Merlins zum derzeitigen Tabellenachten.

Im besten Fall willkommene Aufbaugegner, im schlimmsten Fall wird die Unruhe größer, sollte das Schwächeln auch gegen sie weitergehen.

Nihad Djedovic (l.) war gegen Fenerbahce Bayerns bester Werfer
Nihad Djedovic (l.) war gegen Fenerbahce Bayerns bester Werfer

Am 6. Dezember geht es zu Meister Brose Baskets Bamberg. Tritt München bei der Neuauflage des Finales so auf wie in den vergangenen Wochen, wird auch dort nichts zu holen sein.

Vor allem ein katastrophales erstes Viertel (10:30) wie gegen Fenerbahce sollte der FCB in Zukunft tunlichst vermeiden.

„Alles ging daneben, alles lief falsch. Wir müssen härter arbeiten“, sagte Nihad Djedovic, mit 16 Punkten bester Werfer der Bayern – und doch nicht besser als alle anderen.

„Gefühlt haben wir nach einer Minute 10:0 hinten gelegen, genau wie bei ALBA“, meinte Nationalspieler Paul Zipser und dachte an das bittere Ligaspiel vom Sonntag in Berlin (74:90). Auch da war in der Anfangsphase nichts zusammengelaufen.

Aus in der Euroleague droht

Eine Rückkehr in die richtige Spur wäre auch für die Euroleague, wo die Bayern mit zwei Siegen aus sechs Begegnungen nur noch Fünfter der Gruppe A sind, wichtig. Platz vier muss zum Weiterkommen her. Dafür sind wohl mindestens zwei Siege aus vier Spielen nötig, drei davon finden auswärts statt.

Die Bayern hinken den eigenen Ansprüchen hinterher, Pesic steht vor schwierigen Wochen.

Er zeigt sich allerdings überzeugt davon, dass er sie durchstehen kann: „Wir hatten zuletzt aus den unterschiedlichsten Gründen Ups und Downs. Aber jetzt wollen wir unser Spiel wieder stärken, dann kommen die sportlichen Resultate von allein zurück.“