Er ist zurzeit einer der wenigen Borussen in Normalform! Die Rede ist von Julian Brandt, der nach dem mageren 1:1 beim VfL Bochum Tacheles geredet und an die Moral und Arbeitseinstellung seiner Mitspieler appelliert hat.
„Am Ende ist jeder selbst dafür verantwortlich, dass man sich am Anfang der Saison dahin arbeitet, dass man auf seinem Peak ist“, hatte der 27 Jahre alte BVB-Star nach dem Match bei SPORT1 gesagt. „Dass man in einer guten Verfassung ist und das leistet, wozu man im Stande sein muss. Da haben wir momentan noch zu wenige von.“
Brandt, der vor der Saison in den Teamrat gewählt wurde, geht nicht nur mit Leistung, sondern auch mit Worten voran. Die Interview-Aussagen, die medial durchaus für Wirbel gesorgt hatten, kamen beim BVB übrigens gut an.
Brandts Kritik kam bei BVB-Bossen und Terzic gut an
Die Bosse um Trainer Edin Terzic und Sportchef Sebastian Kehl bewerten es als ausgesprochen positiv, dass die Stars auch nach schlechten Spielen ehrlich und kritisch zueinander sind. Das Wort „Leistungskultur“ fällt im Zuge dessen auf der Geschäftsstelle Sport.
Terzic lobte speziell Brandt nach der dürftigen Leistung in Bochum: „Wir haben es nach unserem Tor im Zentrum gut gemacht, haben die Tiefe auf dem Flügel gefunden und wurden über Julian Brandt auf der rechten Seite gefährlich.“
Der Nationalspieler war am vergangenen Wochenende einer der wenigen Dortmunder Aktivposten und soll auch am Freitag im Heimspiel gegen Heidenheim (ab 20.30 Uhr im LIVETICKER) wieder eine wichtige Rolle einnehmen.
Nicht wenige Fans wunderten sich, wieso Terzic den spielstarken Brandt in Bochum, wie schon beim 1:0-Auftaktsieg gegen Köln, auf dem Flügel anstelle seiner Lieblingsposition im zentralen-offensiven Mittelfeld eingesetzt hat.
Julian Brandt als Aushilfe auf den Flügeln
Die Antwort ist einfach: In Karim Adeyemi, Jamie Bynoe-Gittens, Julian Duranville und Giovanni Reyna waren etliche Flügelspieler angeschlagen oder verletzungsbedingt gar nicht erst im Kader. Aus Mangel an Alternativen hat Terzic Brandt deshalb auf die Flügel beordert.
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Anders als gegen Köln, wo Ex-Kapitän Marco Reus auf der „Zehn“ spielte, wirkte diesmal 30-Millionen-Zugang Felix Nmecha im Zentrum, dahinter formten Marcel Sabitzer und Emre Can eine bislang noch nicht harmonierende Doppel-Sechs.
Nach SPORT1-Informationen denkt Terzic durchaus nach, Brandt im Heimspiel am Freitag gegen Heidenheim anstelle des holprig gestarteten Nmechas auf der zentralen Position spielen zu lassen. Dort, wo sich Brandt im Übrigen selbst am wohlsten fühlt.
Grundsätzlich sei es für ihn nicht so, dass es eine große Qual sei, auf der Außenbahn aufzulaufen, hatte der Offensivspieler kürzlich durchblicken lassen. „Trotzdem: Du bist im Zentrum noch mal freier.“