Eine politische Spende sorgt aktuell für mächtig Aufregung in den USA. Die NBA-Franchise Orlando Magic hat knapp 50.000 Dollar an einen Fonds gespendet, der den umstrittenen Gouverneur von Florida, Ron DeSantis, bei seinem Präsidentschafts-Wahlkampf unterstützen soll.
Nach Angaben der Federal Election Commission, die für die Wahlkampfspenden mitverantwortlich ist, ging die Spende der Magic auf dem Fonds am 26. Juni ein und somit nach der Bekanntgabe der Kandidatur DeSantis für das Präsidentenamt.
Die Magic selbst wollten zunächst nicht klar Stellung zu der Spende beziehen. In einer ersten Presseerklärung hieß es nur: „Wir äußern uns nicht öffentlich zu politischen Beiträgen.“
Nach zahlreichen Rückfragen erklärten sich das Team aus Orlando aber zumindest bedingt und gab zu, dass es eine Spende gegeben habe. Der Scheck sei aber „am 19. Mai zugestellt wurde“ und damit fünf Tage bevor DeSantis seine Präsidentschaftskandidatur bekanntgegeben habe.
„Die Spende wurde überwiesen, bevor Gouverneur DeSantis in das Präsidentschaftsrennen eintrat. Die Spende sollte die Wirtschaft Floridas unterstützen und zum weiteren Wohlstand von Zentral-Florida beitragen“, hieß es in der Erklärung weiter. Die Spende sei somit also nicht explizit für den Präsidentschaftswahlkampf des umstrittenen DeSantis gedacht gewesen.
Spende wirft Fragen nach Werten der Magic auf
Betrachtet man aber die Homepage des Fonds, an den die Spende ging, wird dort ganz klar deutlich, dass es bei diesem Fonds um die Unterstützung des Präsidentschaft-Wahlkampfes von DeSantis geht.
Im Wortlaut steht dort: „Basisbewegung, um den Gouverneur Ron DeSantis 2024 zum Präsidenten zu wählen.“
Wofür die Spenden nun gedacht waren, bleibt zunächst offen. Es war im Übrigen nicht die erste politische Spende des Teams der deutschen Nationalspieler Moritz und Franz Wagner. Schon in den Jahren 2000, 2014 und 2016 überwiesen die Magic Geld an Fonds, die Summen waren aber mit maximal 2000 Dollar deutlich geringer.
Warum nun eine solch hohe Spende getätigt wurde, bleibt ebenfalls offen. Dass gerade der erzkonservative DeSantis mit einer enormen Summe unterstützt wird, wirft nun die Frage auf, für welche Werte die Orlando Magic stehen.
Im den sozialen Medien gibt es jedenfalls schon massig Kritik, gerade deshalb, weil die Magic selbst das ganze Jahr über damit warben „Vielfallt, Gerechtigkeit und Inklusion zu unterstützen“ – und jetzt einen Mann finanziell zu unterstützen, der Gesetze einführen will, die Minderheiten, einschließlich der LGBTQ+-Gemeinschaft einschränken sollen.
Spielergewerkschaft kritisiert Spende: „Alarmierend“
Neben den NBA-Fans kritisiert aber auch die Spielergewerkschaft der NBA die Spende der Magic massiv. „Ein politischer Beitrag der Orlando Magic ist angesichts der jüngsten Kommentare und Maßnahmen des Begünstigten alarmierend“, heißt es in der Erklärung konkret.
Alle NBA-Verantwortlichen, Spieler und Trainer hätten natürlich das Recht, ihre persönlichen Meinungen und auch politischen Ansichten zum Ausdruck zu bringen, auch durch Spenden.
„Wenn jedoch Beiträge im Namen eines ganzen Teams geleistet werden, indem Geld verwendet wird, das durch die Arbeit der Mitarbeiter verdient wurde, ist es Aufgabe der Verantwortlichen, die unterschiedlichen Werte und Perspektiven der Mitarbeiter und Spieler zu berücksichtigen.“
Die Spende der Magic müsse klar von den Spielern abgegrenzt werden. „Keiner der Spieler unterstützt den Empfänger der Spende aktiv.“
Wie die Verantwortlichen der Magic tatsächlich zum Empfänger ihrer Spende stehen, bleibt zum aktuellen Zeitpunkt genauso offen, wie, wer für die Spende überhaupt verantwortlich ist. Ein Image-Schaden bei vielen NBA-Fans scheint aber schon jetzt sicher.