Historischer Triumph für den SC Paderborn:
Der Aufsteiger hat seinen ersten Bundesliga-Sieg der Klubgeschichte gefeiert und den Hamburger SV gleichzeitig den ersten herben Dämpfer der noch jungen Saison verpasst.
Die Hanseaten verloren am zweiten Spieltag nach einer enttäuschenden Vorstellung verdient mit 0:3 (0:1) gegen die Ostwestfalen von Trainer und Ex-HSVer Andre Breitenreiter.
Der Star aus Spanien kommandiert und dirigiert auf Schalke. Leverkusens Jedvaj durchlebt eine Achterbahnfahrt. Wolfsburgs Malanda macht es gegen Frankfurt wie in München.
HSV harmlos
Elias Kachunga (29.), Mario Vrancic (69.) und Moritz Stoppelkamp (87.) schossen die bissigen Paderborner zum geschichtsträchtigen Triumph.
Der insgesamt zu uninspirierte und harmlose HSV brachte am Ende trotz aller Bemühungen keinen Treffer zustande. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)
Slomka schockiert
HSV-Trainer Mirko Slomka zeigte sich nach der Partie konsterniert.
„Vor den Gegentoren haben wir Geschenke verteilt. Unsere Leistung war für uns insgesamt schon schockierend – ein bitteres Ergebnis“, sagte er: „Wir haben unsere Fans brutal enttäuscht, obwohl wir ein neues Gesicht zeigen wollten.“
Slomkas Gegenüber Breitenreiter freute sich: „Wir sind unheimlich glücklich und stolz, dass die Jungs so eine Leistung abgerufen haben. Wir haben immer schnell umgeschaltet, waren stets gefährlich und zielstrebig.“
Hilfe von Green und Holtby bitter nötig
Nach SPORT1-Informationen steht der US-Nationalspieler und WM-Teilnehmer Julian Green unmittelbar vor einem Wechsel von Bayern München nach Hamburg.
Der 19-Jährige soll für eine Saison ausgeliehen werden.
Auch der Transfer von Lewis Holtby (Tottenham Hotspur) an die Elbe wird immer konkreter. Der 23 Jahre alte Spielmacher soll ebenfalls für ein Jahr ausgeliehen werden.
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Paderborn baut um
Vor 54.553 Zuschauern verzichtete Slomka zunächst noch auf den neuen Innenverteidiger Cleber und brachte die gleiche Startelf wie eine Woche zuvor gegen den 1. FC Köln (0:0).
Breitenreiter änderte sein Team nach dem 2:2 gegen den FSV Mainz auf einer Position – für Angreifer Stefan Kutschke begann Verteidiger Christian Strohdiek.
Van der Vaart beginnt agil
Der HSV war zunächst um Kontrolle bemüht und versuchte Paderborn immer wieder unter Druck zu setzen.
Kapitän Rafael van der Vaart präsentierte sich zunächst agil und forderte im Spielaufbau viele Bälle, um Angreifer Pierre-Michel Lasogga in Szene zu setzen.
Der HSV hatte auch deutlich mehr Spielanteile, wirklich zwingende Chancen blieben aber lange Mangelware – beim letzten Pass in die Spitze fehlte einfach die nötige Präzision.
Ein Mangel, den Green und Holtby eventuell beheben könnten.
Stoppelkamp verballert Großchance
Die Ostwestfalen setzten auf lange Bälle, um schnell das Mittelfeld zu überbrücken und überfallartig die Hamburger in Verlegenheit zu bringen.
Mit der Zeit wurde der Außenseiter auch immer mutiger und spielte sich gute Möglichkeiten heraus.
Moritz Stoppelkamp hatte schon die Führung auf dem Fuß, scheiterte aus kurzer Distanz aber zunächst am stark reagierenden Rene Adler und drosch den Abpraller dann über das Tor (18.).
Kachunga schiebt ein
Elias Kachunga scheiterte erst noch mit einem Kopfball (23.), machte es dann aber kurz danach besser, als er einen Abpraller ins lange Eck einschob.
Die Führung war zu diesem Zeitpunkt längst nicht mehr unverdient.
Reguläres Tor aberkannt
Der 22 Jahre alte Deutsch-Kongolese köpfte sogar noch ein weiteres Tor.
Schiedsrichter Bastian Dankert verweigerte dem Treffer wegen einer angeblichen Abseitsposition aber die Anerkennung (34.).
Lasogga und Ilicevic versemmeln
Ohne van der Vaart, der leicht angeschlagen ab der 37. Minute von Artjoms Rudnevs ersetzt wurde, rettet sich der HSV so eben noch ohne Gegentor in die Halbzeit und hatte nach der Pause eine Drangphase.
Hamburg kam auch zu einigen Gelegenheiten – so vergab etwa Lasogga aus kurzer Distanz (61.). Ivo Ilicevic schoss SCP-Keeper Lukas Kruse in der 83. Minute eine Großchance direkt in die Arme.
Vrancic nutzt Rudnevs-Blackout
Aber auch Paderborn blieb in einer immer hektischer werdenden Partie über seinen schnellen Außen Süleyman Koc stets gefährlich.
Nach einen katastrophalen Fehlpass von Rudnevs schnappte sich Vrancic den Ball, umkurvte Torhüter Rene Adler und schob cool zum zweiten Tor ein.
Stoppelkamp machte mit seine sehenswerten Treffer zum 3:0-Endstand (88.) das Debakel des HSV perfekt.