Der FC St. Pauli hat mit einem 2:1-Erfolg den Aufwärtstrend von Hertha BSC gestoppt und sich an die Spitze der 2. Bundesliga gesetzt. Doch nach dem Topspiel am Samstag rückte wieder einmal der VAR in den Fokus. Was war passiert?
Nach einer Ecke in der 35. Minute schlug Herthas Andreas Bouchalakis ein Luftloch und traf Eric Smith am Schienbein, wobei der Mittelfeldspieler zu Boden ging. Schiedsrichter Deniz Aytekin entschied umgehend auf Elfmeter für St. Pauli.
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Doch dann schaltete sich Video-Assistent Sören Storks ein und Aytekin schaute sich die Szene selbst noch einmal auf dem Monitor an. Nach Ansicht der Bilder revidierte der Referee seine Entscheidung – sehr zum Ärger der Kiez-Kicker. FCSP-Trainer Fabian Hürzeler beschwerte sich sogar so vehement, dass er die Gelbe Karte sah.
Aytekin: „Video-Assistent hat seinen Job gut gemacht“
Nach der Partie bezog Aytekin Stellung und erklärte am SPORT1-Mikrofon seine Entscheidungsfindung. „Auf dem Platz wirkte es für mich wie ein klarer Strafstoß. Wir dachten, wir hätten einen klaren Kontakt wahrgenommen“, gab der Unparteiische an.
Dann habe sich der VAR bei ihm gemeldet: „Der Video-Assistent hat seinen Job gut gemacht und gesagt, er sehe nicht den klaren Kontakt, den ich beschrieben habe. Letztendlich wollte ich es für mich selbst sehen. In den vorliegenden Bildern habe ich dann keinen klaren Kontakt gesehen.“
„Da ich nicht sicher sagen konnte, ob die Berührung da ist oder nicht, habe ich den Elfmeter weggelassen. Man kann behaupten, Hertha hatte Glück, denn man kann vermuten, dass da ein kleines Streifen da ist“, schilderte Aytekin.
Hürzeler lobt Aytekins Offenheit
Trainer Hürzeler, der Aytekins Aussagen mithören konnte, lobte die Ausführungen des Schiedsrichters. „Er hat es, wie ich finde, ganz ehrlich und offen gerade beschrieben“, meinte der 30-Jährige und beschrieb seinen Ärger unmittelbar nach der Entscheidung: „Ich bin prinzipiell ein Mensch, der während dem Spiel sehr emotional ist und auch emotional reagiert. Im Nachhinein bin ich dann sehr schnell wieder rational.“
Hürzeler glaubte zwar, dass der Elfmeterpfiff durchaus seine Berechtigung gehabt habe, konnte aber auch Aytekins Standpunkt nachvollziehen: „Er muss sich komplett sicher sein, dass es ein Elfmeter ist.“
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Am Ende des Tages dürfte der ausgebliebene Elfmeter angesichts des positiven Ergebnisses für Hürzeler ohnehin keinen all zu hohen Stellenwert haben. Schließlich übernahm St. Pauli nicht einfach nur die Tabellenspitze, sondern zog auch am Stadtrivalen Hamburger SV vorbei.