Der tödliche Unfall von Dilano van t‘Hoff bei der Formula Regional European Championship by Alpine in Spa hält die Motorsport-Welt in Atem.

In der Folge entfachte eine Diskussion bezüglich der Sicherheit auf der belgischen Rennstrecke. Charles Leclerc forderte jüngst eine Verbesserung.

Doch im Vorfeld des nun anstehenden Formel-1-Rennens haben andere Fahrer hingegen den Kurs verteidigt. „Es gibt immer Dinge, die man besser machen kann. Aber wir fahren auch in Monaco“, sagte Weltmeister Max Verstappen.

Für den Red-Bull-Piloten ist es im Fürstentum „viel gefährlicher als hier. Aber wir fahren dort, weil es als sicher genug angesehen wird. Unfälle passieren leider“.

Sainz verteidigt Spa – und fordert mehr Demut

Auch Carlos Sainz sieht kein Sicherheitsproblem bei einem der Klassiker im Rennsport. „Ich denke, die Änderungen, die sie im Laufe der Jahre vorgenommen haben, haben die Strecke viel sicherer gemacht“, meint der Ferrari-Pilot.

Der tragische Unfall von van t‘Hoff sei „unglücklich“ gewesen. Es kann „in jeder Serie, auf jeder Rennstrecke der Welt passieren, wenn es keine Sicht gibt und sich ein Auto mitten auf der Geraden dreht“, schildert Sainz weiter.

Für den Spanier ist besonders der Umgang mit der Sicht bei nasser Strecke wichtig. Sollte er etwas sehen, ist er immer für eine Austragung des Rennens. Wenn aber der entgegengesetzte Fall eintritt, sollte man kein Rennen forcieren.

„Ich denke, wir haben unsere Lektionen zuletzt gelernt und dürfen dem Druck nicht nachgeben, fahren zu müssen, nur weil wir eine Show liefern müssen“, betont der 28-Jährige.

Spa-Unfall: Alonso und Verstappen machen schlechte Sicht verantwortlich

In dieselbe Kerbe schlägt auch Fernando Alonso, der zwar gerne im Regen fährt, aber das müsse sich immer im Maßen halten. So kann es besonders im Verkehr dazu führen, dass „man komplett blind fährt. Und das kann zu sehr gefährlichen Situationen führen“.

Das ist für ihn aber kein spezielles Problem von Spa, denn auch beim freien Training in Ungarn war die Sicht „grenzwertig“. Deswegen sagt er: „Es geht also nur um die Sicht, das ist das große Fragezeichen.“

Diese Gischt in den Griff zu bekommen, sei jedoch eine schwere Aufgabe, wie Verstappen behauptet. Seiner Meinung nach spielen die größeren Reifen eine entscheidende Rolle. „Dadurch ist die Gischt auch größer. Es ist schlimmer als es 2016 war. Aber auch 2016 war es schon schlecht“, kritisiert der Niederländer.

„Ich denke nicht, dass es wirklich etwas mit der Strecke zu tun hat. Ja, es gibt gefährliche Kurven. Und im Nassen ist das Risiko immer größer“, sagt er schulterzuckend und fügt hinzu, „wenn man fahren kann, kann man fahren. Und wenn es zu nass ist, ist es zu nass.“