Nach dem Triumph beim Saisonfinale hatte er eine Weile die Ruhe gesucht, doch diese ist mit den Formel-1-Testfahrten inzwischen wieder vorbei.
Seit dem wilden Ritt in Abu Dhabi und seinem ersten WM-Titel in der Formel 1 war Max Verstappen nicht mehr so groß in der Öffentlichkeit in Erscheinung getreten. (DATEN: Der Rennkalender der Formel 1)
Nun sprach er im Interview mit dem Guardian unter anderem über das kontroverse Saisonfinale – Mitleid mit seinem Rivalen Lewis Hamilton schwingt bei dem Niederländer jedenfalls nicht mit.
„Schaust du halt einfach zurück auf die sieben Titel, die du schon hast. Ich finde, das ist gar nicht so übel, oder?“, sagte Verstappen in Anspielung auf Hamilton, der mit seinem achten WM-Titel sogar Michael Schumacher übertreffen hätte können.
Verstappen über WM-Titel: „Habe es wirklich verdient“
Hat Verstappen aber angesichts der umstrittenen Entscheidungen am Ende das Gefühl, dass sein größter Triumph von Kontroversen überschattet, oder gar beschmutzt ist? (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Formel 1)
„Überhaupt nicht. Ich hatte eine sehr gute Saison und ich denke, ich habe es wirklich verdient. Ich hatte aber auch viel Pech. Die Leute erinnern sich immer an das letzte Rennen, aber wenn man sich die ganze Saison ansieht, hätte die Meisterschaft schon viel früher entschieden werden müssen“, sagte der Red-Bull-Pilot.
Verstappen denkt auch an den Silverstone-Crash mit Hamilton zurück: „Es war hart, was die Punkte angeht – aber vor allem war es sehr schmerzhaft. Mein Nacken, mein Rücken, meine Schultern. Ich bin ziemlich zäh und kann einiges einstecken – aber so ein Aufprall ist nicht gut für den Körper oder das Gehirn.“
In einem nervenaufreibenden Saisonfinale der Formel 1 in Abu Dhabi kürte sich Max Verstappen erstmals zum Weltmeister.
Dass Mercedes und Hamiltons den Sieg trotz seines Krankenhausaufenthalts feierten, gefiel Verstappen nicht, wenngleich er es nicht als zusätzliche Motivation für sein Team sah: „Nein, ich glaube nicht, dass wir so arbeiten. Es ist respektlos, was da passiert ist, aber wir haben uns angesehen, was wir hätten besser machen können.“
Verstappen: „Man darf nicht aufgeben“
Zum epischen Saisonfinale mit Verstappens Überholmanöver in der letzten Runde des Rennens wäre es übrigens beinahe nicht gekommen, denn der Niederländer hatte plötzlich große Schmerzen.
„Ich habe versucht, beim Restart richtig dran zu sein. Es hat alles gut funktioniert, bis ich die Linie überquert habe und einen Krampf in meinem Bein spürte. Das ist eine der schmerzhaftesten Sachen, die passieren können, weil man lange Zeit Vollgas gibt. Man spürt, wie sich der Muskel zusammenzieht und wie ein Tennisball wird“, sagte Verstappen.
Er fuhr fort: „Natürlich hilft das Adrenalin, denn wenn es passiert, während man nur herumläuft, kann man sich nicht bewegen. Das ist unmöglich. Aber es gab keine andere Möglichkeit; ich musste es tun. Ich gab also Vollgas und spürte, wie mein Bein immer mehr schmerzte. Zum Glück kam die fünfte Kurve, und ich setzte zum überholen an. Ich hatte etwa drei Sekunden vom Gas.“
„Man darf nicht aufgeben“, sagte der 24-Jährige über diese Situation. Er räumte allerdings auch ein, dass er keine einzige Runde mehr hätte fahren können.
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