Sven Botmann hat einen kuriosen Karriereverlauf hinter sich, der ihn bis in die Premier League führte. Nach seinem einminütigen Debüt für Newcastle United am ersten Spieltag stand der 22-Jährige eine Woche später direkt in der Startelf und spielte 90 Minuten – seitdem ist er daraus kaum noch wegzudenken.
Der Niederländer war erst zu Saisonbeginn von OSC Lille für 37 Millionen Euro nach England gekommen und nimmt mit den Magpies das internationale Geschäft ins Visier. Manch ein Experte setzt große Stücke auf Botman und vergleicht ihn bereits mit dessen Landsmann Virgil van Dijk. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Premier League)
Doch gerade zu Beginn seiner Karriere hatte Botman einige Anlaufschwierigkeiten. Erst kehrte er einer anderen Sportart aus einem verrückten Grund den Rücken, dann wurde der Innenverteidiger von seinem Heimatverein aussortiert.
Botman verriet in einem Interview mit der Daily Mail, dass er früher als Hockeyspieler tatsächlich den Ball fürchtete. „Ich hatte Angst vor dem kleinen Hockeyball“, sagte der 22-Jährige und ergänzte: „Er ist wirklich hart. Wenn man ihn abbekommt, tut es weh!“
Botman lehnte den Hockeysport ab
Der neue Defensivspieler von Newcastle wuchs in einer Familie voller Hockeyspieler auf – anfreunden konnte sich Botman mit diesem Sport dennoch nie.
„Das Erste, was sie mir als kleines Kind gaben, war ein Schläger. Ich mochte ihn nicht. Ich ging zu einem Tag der offenen Tür und wusste, dass das nichts für mich war. Ich bin sofort auf das andere Spielfeld gegangen und habe mir einen Fußball geschnappt“, erinnerte er sich.
Glücklicherweise nahm ihm die Liebe zum Fußball niemand übel. „Mein Vater sagte: ‚Ist schon gut, mach, was du willst‘. Aber es war seltsam – und ist es immer noch – weil meine ganze Familie Hockey spielt. Nur ich spiele Fußball“, sagte Botman, der ab 2009 die Jugendabteilungen von Ajax Amsterdam durchlaufen hatte. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Premier League)
Überraschender Meistertitel in Frankreich
Allerdings blieb Botman der Durchbruch in der Profi-Mannschaft des niederländischen Spitzenvereins verwehrt. Dessen damaliger Trainer Erik ten Hag schenkte ihm keine einzige Einsatzminute, sondern legte einen Vereinswechsel nahe.
Botmann zeigte sich rückblickend auf das Ajax-Vorgehen einsichtig: „Ich verstehe die Entscheidungen, die sie getroffen haben. Als ich 18 war, war ich nicht gut genug. Sie hatten eine bestimmte Spielweise und ich war nicht auf diesem Niveau.“ (DATEN: Die Tabelle der Premier League)
Stattdessen ging der Abwehrmann zunächst auf Leihbasis zum SC Heerenveen und schließlich fest zu LOSC Lille. Dort feierte er am Ende der Saison 2020/21 völlig überraschend den Gewinn der französischen Meisterschaft.
Botman dankt ten Hag für Ehrlichkeit
„Es ist eine verrückte Geschichte, dass Ajax über 13 Millionen Euro für mich kassiert hat und ich nie eine Minute in der ersten Mannschaft gespielt habe. Sie haben also gut daran verdient. Wenn ich ehrlich bin, kann ich ihnen nicht böse sein. Ten Hag war sich sicher, dass Lille besser für mich ist. Ich bin dankbar, dass er ehrlich war“, erklärte Botman.
Er fügte abschließend hinzu: „Aber im Laufe der Jahre habe ich verstanden, warum er diese Dinge gesagt hat. Ich bewundere ihn so sehr. Er ist der Grund, warum ich diese Einstellung habe, ein großer Teil meines Erfolgs. Ich spreche immer noch mit ihm. Nach meinem Wechsel nach Newcastle sagte er: ‚Glaube nicht, dass die Arbeit jetzt erledigt ist. Du musst dich weiter anstrengen, dein Niveau ist höher.‘“