Es ist eine seltsame Beziehung, die der FC Chelsea und Romelu Lukaku vor ziemlich genau zehn Jahren begannen.
Damals überwiesen die Blues 15 Millionen Euro an den RSC Anderlecht, um sich die Dienste des Belgiers zu sichern. Der Stürmer stand schließlich vier Jahre an der Stamford Bridge unter Vertrag, absolvierte allerdings nur 15 Pflichtspiele. Fast die komplette Zeit war Lukaku ausgeliehen worden.
Bei seinen Leihvereinen überzeugte er und traf regelmäßig. Bei Chelsea hatte er trotzdem nie einen Platz. Im Sommer 2014 endete das Missverständnis dann mit einem Wechsel zum FC Everton. Chelsea kassierte rund 35 Millionen Euro. Nun könnte Lukaku an den Ort zurückkehren, wo er nie so wirklich gewollt war.
Tuchel wünscht sich einen Typ Lukaku
Dass die Personalie Lukaku in London wieder heiß wird, hat mit Trainer Thomas Tuchel zu tun. Vor dem Freundschaftsspiel gegen Tottenham Hotspur (2:2), hatte der Deutsche klargemacht, welcher Spielertyp ihm noch in seinem Kader fehlt:
“Ich denke, dass wir nach dem Abgang von Olivier Giroud einen Spieler gebrauchen können, der es gewohnt ist, mit dem Rücken zum Tor zu spielen, dessen Stärke es ist, lange Bälle zu halten, damit wir diesen direkten Spielstil in unser Portfolio aufnehmen können.”
Das beschreibt ziemlich genau einige Stärken, die Lukaku mitbringt. Mittlerweile ist er 28 Jahre alt und hat gerade Inter Mailand zur italienischen Meisterschaft geschossen. Er ist gereift und torgefährlicher denn je. Mit dem bulligen Mittelstürmer könnte es Chelsea tatsächlich zuzutrauen sein, um die Meisterschaft in der Premier League mitspielen zu können.
“Das ist ein Profil, das wir nicht im Kader haben und das nützlich sein könnte, aber nicht um jeden Preis und nicht in Hektik oder Panik. Denn egal was passiert, wir werden wettbewerbsfähig sein und haben Vertrauen in unsere Jungs”, räumte Tuchel zwar ein. Die Botschaft wird bei Klub-Direktorin Marina Granovskaia und Chelsea-Boss Roman Abramowitsch aber angekommen sein.
Der FC Chelsea macht offenbar ernst im Werben um einen neuen Torjäger. Romelu Lukaku soll zurück an die Standford Bridge kommen.
Lukaku als Alternative zu Haaland
Am liebsten hätten die Blues Erling Haaland verpflichtet. Doch Chelsea dürfte mittlerweile klar sein, dass Borussia Dortmund den Norweger auf keinen Fall ziehen lassen will und selbst ein unmoralisches Angebot weit über 100 Millionen Euro keine Garantie wäre. Außerdem wird der BVB-Star im kommenden Sommer zu haben sein – zu einer deutlich geringeren Ablösesumme.
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Stattdessen soll es also Lukaku werden, der für Inter eigentlich ähnlich unersetzlich ist wie Haaland für Dortmund. Bei den Mailändern kommt aber der Fakt hinzu, dass der Klub klamm ist und einen Geldsegen gut gebrauchen kann. Das liegt auch an den existenziellen Schwierigkeiten des chinesischen Eigentümers Suning.
Kürzlich machte ein unmoralisches Angebot über 175 Millionen Euro vom FC Chelsea die Runde. BVB-Stürmer Erling Haaland äußerte sich nun erstmals dazu.
Wird Werner aus dem Paradies vertrieben?
Lukaku soll den Inter-Verantwortlichen laut Sky Italia mittlerweile mitgeteilt haben, dass er gerne an die Stamford Bridge zurückkehren will. Das könnte bedeuten, dass die Italiener ein verbessertes Angebot von Chelsea annehmen. Ein solches könnte bei der astromonischen Summe von 130 Millionen Euro liegen. Das ist es den Verantwortlichen der Blues wohl wert, Manchester City vom Thron zu stoßen.
Für Timo Werner hätte ein solcher Blockbuster-Deal wohl Folgen. Der deutsche Nationalspieler ist ein komplett anderer Spielertyp als Lukaku, spielt aber eigentlich auf derselben Position. Als Mittelstürmer avancierte er in Leipzig zum international begehrten Torjäger, und als Mittelstürmer wurde er auch von Tuchel zumeist in seiner ersten Chelsea-Saison aufgeboten.
Ein Lukaku-Deal würde für Werner daher der Vertreibung aus dem Paradies gleichkommen. Lukaku gehört zu den besten Mittelstürmern der Welt, Werner hat auf dieser Position bei Chelsea noch nicht wirklich überzeugt. Wer den Stammplatz in der Sturmspitze einnehmen wird, dürfte klar sein.
Die Spekulationen um die neuen Trikots der Topklubs gehen weiter. Nun hat "footyheadlines" die Ausweichtrikots des FC Chelsea und Juventus Turin geleaked.
Verpflichtung von Lukaku als Chance für Werner?
Ganz so verheerend wäre es dieser Umstand für Werner aber womöglich nicht, denn er ist flexibel. Mit seiner Schnelligkeit kann er auch auf den Flügel ausweichen, was er auch schon in der vergangenen Saison bei den Blues gemacht hat.
Ebenfalls denkbar ist, dass Tuchel Werner als hängende Spitze aufbietet. Hinter Olivier Giroud hat der 25-Jährige diese Position auch schon gespielt. Vielleicht ist die Vertreibung aus dem Paradies also auch eine Chance für Werner, der sich mit der Chancenverwertung als Mittelstürmer so schwer tat.
“Für mich persönlich geht es darum, vielleicht ein bisschen mehr Tore zu schießen als letztes Jahr, das nicht das beste war, aber weiterzumachen und der Mannschaft so viel wie möglich mit Vorlagen und Toren zu helfen”, sagt er selbst im Interview mit dem vereinseigenen Sender.
Das Testspiel am Mittwoch gegen die Spurs (2:2) war für Werner vielversprechend, der sehr aktiv war. Die Kehrseite: Mal wieder wollte der Ball nicht ins Tor, trotz guter Chancen. Wenn Lukaku ihm die Hauptverantwortung diesbezüglich von den Schultern nähme, ohne ihn aus er Startelf zu verdrängen, könnte auch Werner geholfen sein.