Da Citroen im nächsten Jahr nur einige Rallyes bestreiten wird, treten in der Weltmeisterschaft 2016 nur die beiden Hersteller-Teams von Volkswagen und Hyundai an. Ein Fragezeichen besteht weiterhin, ob sich M-Sport als Hersteller einschreibt und alle 14 Läufe bestreiten wird. „Darüber denken wir noch nach“, sagt Teamchef Malcolm Wilson bei ‚WRC live‘. Vor allem die teure Reise nach China könnte dem Rotstift zum Opfer fallen, denn als Privatteam ist China für M-Sport nicht so wichtig wie für die Hersteller.

Dazu kommt der stressige Oktober, denn mit Frankreich, Spanien und Großbritannien stehen gleich drei Rallyes innerhalb von vier Wochen auf dem Programm. Das Saisonfinale findet 2016 in Australien statt. Da M-Sport aller Voraussicht nach nicht um den WM-Titel kämpfen wird, würde diese Rallye in erster Linie nur Geld kosten. Außerdem muss parallel das Auto auf das neue Reglement ab 2017 angepasst werden.

In der altehrwürdigen Dovenby Hall werden in der zweiten Jahreshälfte 2016 die Lichter kaum ausgehen. „Nach der Rallye GB haben unsere Ingenieure aufgezeigt, dass die zweite Saisonhälfte mit unseren Ressourcen sehr schwierig werden wird“, sagt Wilson mit Sorgenfalten. „Deshalb haben wir uns noch nicht für die komplette Saison eingeschrieben. Wir haben jetzt die Fahrer vorgestellt und sie verstehen, dass es vielleicht nicht die komplette Saison wird.“

„Wir haben noch einige Tage Zeit, um diese Entscheidung zu treffen. Sollten wir einen Sponsor finden, dann fahren wir sicher alle Rallyes. Wir wollen das auch tun, müssen aber gleichzeitig langfristig denken“, unterstreicht Wilson, denn er muss auch die Arbeitsplätze seiner Mannschaft sicherstellen. Die Testfahrten für die Rallyes in der zweiten Jahreshälfte werden aus Geld- beziehungsweise Kapazitätsmangel voraussichtlich ausfallen.

Citroen ging einen anderen Weg und wird im nächsten Jahr weitestgehend pausieren und sich auf die Entwicklung des neuen Boliden für 2017 konzentrieren. Wilson kann diese Entscheidung nachvollziehen, verweist aber auf die größeren Möglichkeiten des französischen Herstellers: „Für uns kann es sehr schwierig werden, denn wir sind bei den Ressourcen nicht in der gleichen Position wie Citroen.“

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