Tiger Woods genoss beim traditionellen Champions Dinner Rib-Eye-Steak vom Wagyu-Rind mit Pilzen und Gemüse. Als Nachtisch gab es für alle ehemaligen Gewinner des US Masters in Augusta noch einen fluffigen Biskuitkuchen mit Schlagsahne und Erdbeeren.

Doch bei seinem Sensations-Comeback an der Magnolia Lane will Woods trotz gesundheitlicher Einschränkungen nicht nur mit bloßer Anwesenheit, sondern vor allem mit Leistung überzeugen.

Lange Zeit wurde spekuliert, ob der langjährige Dominator nach seinem schweren Autounfall vor etwas mehr als einem Jahr überhaupt wieder auf die große Golfbühne zurückkehren wird. Kurz vor Beginn des Masters ließ Woods dann die Katze endlich aus dem Sack: Er werde am Donnerstag starten und damit sein erstes offizielles Turnier seit dem Masters 2020 spielen. Die Golfwelt ist begeistert.

„Ich denke, egal, was passiert, es wäre einfach episch“, sagte Adam Scott, Masters-Sieger von 2013, vor der offiziellen Bestätigung. „Es ist einfach eine andere Ebene der Begeisterung, ihn zu sehen und ihn spielen zu sehen“, sagte sein Kontrahent Billy Horschel. (NEWS: Alls zum Golf)

Mega-Hype um Woods: „Ihr könnt alle nackt spielen“

Wie richtig er mit seinen Aussagen lag, zeigte sich bei Woods‘ erstem Probetraining in Augusta. Ganze Heerscharen von Fans verfolgten dessen Übungsrunde.

Justin Thomas, als ehemalige Nummer eins mit 16 Turniersiegen in seiner Vita ebenfalls kein unbeschriebenes Blatt, war mit Woods auf der Runde. „So viele Leute haben mich wahrscheinlich noch nie in Augusta National gesehen“, sagte er und fügte lachend hinzu: „Und sie haben dabei nicht mir zugesehen.“

Scott Van Pelt von ESPN fasste den Hype kurz und bündig zusammen: Wenn Woods antritt, „dann könnt ihr Jungs alle nackt spielen und niemand würde bemerken, dass ihr da seid.“

Woods selbstbewusst: Kann das Turnier gewinnen

Und wenn das alles nicht schon für genug Aufsehen gesorgt hätte, goss Woods noch zusätzlich Öl in das Feuer der Euphorie. Auf die Frage, ob er das Turnier auch gewinnen könne, antwortete er kurz und knapp. „Das kann ich“, sagte der 46-Jährige auf der Pressekonferenz. Wohlwissend, dass die Konkurrenz stark ist. Aber Woods wäre nicht er selbst, wenn er nicht vor Selbstbewusstsein strotzen würde.

Dass Woods quasi aus dem Nichts ein Major-Turnier gewinnen kann, bewies der Superstar 2019. Bereits vor drei Jahren kam er nach einer langen Zeit der Rückschläge – Rückenoperation, private Fehltritte und außereheliche Affären – gestärkt zurück und trug sich zum fünften Mal in die Siegerliste des Masters ein.

„Ich war schon in schlimmeren Situationen und habe trotzdem gespielt und Turniere gewonnen“, sagte der Träger des berühmten grünen Jacketts.

Große Belastungsprobe für das rechte Bein

Dieses Mal aber könnte ihm seine Gesundheit wirklich in die Quere kommen. „Wissen Sie, 72 Löcher sind ein langer Weg, und es wird eine harte Herausforderung sein, der ich mich stellen werde“, erklärte Woods, der vor 25 Jahren seinen ersten Triumph in Augusta feierte. Vor allem der hügelige Platz und das viele Laufen zwischen den Schlägen setzen ihm mächtig zu: „Die einzigen flachen Stellen hier draußen sind die 18 Abschlagplätze.“

Darunter leide insbesondere sein rechtes Bein, das er bei seinem Unfall fast verloren hätte. Dieses schmerze in nahezu jeder Position.

Golf-Star Tiger Woods hat sich eine Woche nach seinem schweren Autounfall zu Wort gemeldet – und sich für die große Anteilnahme an seinem Schicksal bedankt.

Golf-Star Tiger Woods hat sich eine Woche nach seinem schweren Autounfall zu Wort gemeldet – und sich für die große Anteilnahme an seinem Schicksal bedankt.

Wichtig wird sein, dass das Bein am Donnerstag um 17.04 Uhr MESZ stabil ist, denn dann geht Woods gemeinsam mit dem ehemaligen British-Open-Champion Louis Oosthuizen (Südafrika) und Joaquin Niemann aus Chile auf die Runde. Am Freitag startet er um 19.41 Uhr MESZ.

„Es war ein harter Weg, hier spielen zu können“, ergänzte ein sichtlich dankbarer und erleichterter Woods.

Denn allein zum Essen ist er sicherlich nicht nach Augusta gekommen.