Nach dem „Klassenerhalt zweiter Klasse“ dominiert bei Tischtennis-Bundesligist ASC Grünwettersbach eine Mischung aus Selbstkritik und Erleichterung die Gefühlswelten beim Tabellenschlusslicht. „Wer Letzter ist, hat es wahrscheinlich auch verdient, unten zu stehen. Aber umso größer ist nun die Freude“, sagte ASC-Nationalspieler Ricardo Walther auf SID-Anfrage.

Grünwettersbachs Verbleib im Oberhaus trotz zuletzt zwölf Niederlagen in Serie steht seit der Entscheidung von Zweitliga-Meister TSV Windsbach von Karfreitag zum Verzicht auf den Sprung in die Eliteklasse fest. Hätten die Franken hingegen ihr Aufstiegsrecht wahrgenommen, hätte Grünwettersbach seinen Sturz in die Zweitklassigkeit im weiteren Monatsverlauf in den letzten beiden Spielen der Punktrunde bei vier Punkten Rückstand auf den Tabellenvorletzten TSV Bad Königshofen sportlich kaum noch verhindern können.

Dennoch hat für Walther das Happy End für den Ex-Pokalsieger durch Windsbachs Rückzug nach monatelanger Zitterpartie keinen Schönheitsfehler. „Es gab in der jüngeren Vergangenheit schon einige Male Tabellenletzte, die nicht abgestiegen sind, weil kein Klub aus der zweiten Liga wollte oder konnte. Das war jetzt ein Denkzettel, aber in einem Jahr oder in zwei Jahren fragt keiner mehr danach, wie wir 2026 in der Bundesliga geblieben sind. Es spielt dann irgendwann einfach keine Rolle mehr“, sagte der 34-Jährige.

Nach Ansicht des ehemaligen Mannschafts-Vizeweltmeisters sind für die Karlsruher in der anstehenden Sommerpause eine eingehende Analyse und die richtigen Schlüsse die wichtigsten Aufgaben: „Es ist nicht alles optimal gelaufen, und wir haben alle am Tisch nicht überzeugen können und nicht unsere beste Leistung gebracht. Es gilt nun, aus dieser Saison zu lernen und es dadurch in Zukunft besser zu machen. Für die Entwicklung des Vereins kann das jetzt auch eine Art Neustart sein.“