„Familienglück und weitere Medaillen mit der Nationalmannschaft“: Die schwangere Profihandballerin Xenia Smits denkt schon an die Zeit nach ihrer Baby-Pause. „Für die Zukunft will ich beides“, sagte die Vizeweltmeisterin im Interview dem Münchner Merkur/tz.

Falls das WM-Finale im Dezember ihr letztes Länderspiel gewesen sein sollte, weil sie nicht mehr auf ihr Level komme, dann wäre das „vollkommen okay. Aber mein absolutes Ziel ist, diesen Kampf anzugehen und beim Comeback mindestens das gleiche Niveau zu haben wie vor der Schwangerschaft“, so Smits, die im Herbst ihr erstes Kind erwartet. Außerdem wisse man jetzt, „was es braucht. Jetzt wollen wir das Puzzle komplett machen und Gold bei einem Turnier holen.“

Smits gehört seit Jahren zu den prägenden Figuren der deutschen Auswahl, mit WM-Silber holte sie kürzlich die erste deutsche Medaille bei einer Weltmeisterschaft seit 18 Jahren. Die gebürtige Belgierin absolvierte bislang 156 Länderspiele für die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) und erzielte dabei 362 Tore. Das WM-Finale gegen Norwegen war ihr bis dato letztes Spiel für Deutschland.

Ihre Klubkarriere, das war bereits im Januar bekannt geworden, wird Smits ab Sommer beim dänischen Verein Odense Handbold fortsetzen. Die Nachricht der Schwangerschaft war kein Problem für ihren neuen Klub. „Ich habe Odense Bescheid gegeben und gesagt: ‚Wenn dieser Vertrag nicht mehr gültig sein soll, dann heben wir ihn auf.'“, sagt Smits. Aber die Reaktionen seien „total positiv“ gewesen. „Odense hat die Neuigkeiten begrüßt. Das hat mich ein bisschen überrascht, hilft aber enorm.“

Zumal sie von Kolleginnen schon Gegenteiliges gehört hat. „Es ist schade, dass es immer noch Vereine und Länder gibt, die nicht akzeptieren wollen, dass eine Schwangerschaft ab einem gewissen Alter zum Frauensport dazugehört“, sagt Smits.