Der neue Europarekordler Johannes Liebmann ist von seinem rasanten Aufstieg in die Weltspitze der Schwimmer selbst überrascht. „Das alles kommt auch für mich relativ plötzlich“, erzählte der 19-Jährige im Welt-Interview knapp zwei Wochen nach seiner überraschenden Fabelzeit von 7:37,94 Minuten über die 800 m Freistil. Doch er habe „auf jeden Fall sehr große Lust, da oben mitzuspielen“.

Im April hatte Liebmann, der derzeit mitten in seinen Abiturprüfungen steckt, bei einem Meeting in Stockholm die bisherige europäische Bestmarke von Vizeweltmeister Sven Schwarz (Hannover) unterboten. Schon über die 400 und 1500 m habe er gemerkt, dass er gut in Form sei, erzählte Liebmann: „Dass ich dann aber über 800 Meter Europarekord schwimme – damit hätte ich niemals gerechnet.“ Das sei „erst mal ein kleiner Schock“ gewesen. „Ich dachte: ‚Krass. Was mache ich jetzt damit?'“

Er habe gleich „dreimal geguckt, ob ich die Zeit richtig gelesen habe“, sagte Liebmann. Er sei „extrem baff“ gewesen und habe „lange gebraucht, um zu realisieren“, dass er schneller als Schwarz oder 400-m-Olympiasieger Lukas Märtens gewesen sei. Die beiden deutschen Top-Schwimmer seien auch unter den Gratulanten gewesen, berichtete Liebmann.

Schwarz hatte den Europarekord erst im vergangenen Jahr bei den deutschen Meisterschaften in Berlin aufgestellt, wo er auch am Freitagabend (ab 18.00 Uhr/ZDF-Livestream) wieder an den Start geht. In diesem Jahr steht noch die Europameisterschaft in Paris (31. Juli bis 16. August) an, für den Saisonhöhepunkt sind Schwarz und Märtens mit WM-Silber und -Bronze bereits gesetzt. Auch Liebmann blieb mit seiner Rekordzeit weit unter der vorgegebenen Norm.

Der Schüler, der seit März 2025 unter Bernd Berkhahn in Magdeburg trainiert, will in Zukunft seine Leistungen bestätigen. „Jetzt ist es mein Traum, bei den Olympischen Spielen zu starten und mich im internationalen Bereich fest zu etablieren“, betonte er.