Der frühere Nationaltorwart Jens Lehmann traut dem FC Arsenal den Triumph in der Champions League zu. Die Gunners, für die Lehmann fünf Jahre selbst spielte, hätten „eine bessere Abwehr als Paris. Sie spielen einfach gut zusammen: Torhüter Raya, die Innenverteidiger Gabriel und Saliba, dazu noch Declan Rice im defensiven Mittelfeld. Das ist schon eine starke Achse“, sagte Lehmann bei Münchner Merkur/tz.
In 14 Spielen in der Königsklasse in dieser Saison ist der englische Meister Arsenal noch unbesiegt. Das Team von Trainer Mikel Arteta musste auch erst sieben Gegentreffer hinnehmen.
In der Offensive setzt Lehmann im Finale am Samstag (18.00 Uhr/ZDF und DAZN) in Budapest gegen Titelverteidiger Paris Saint-Germain vor allem auf den deutschen Nationalspieler Kai Havertz. „Wenn er mal einen Rhythmus hat und richtig fit ist, dann ist er ein super Spieler und sehr wichtig“, betonte der 56-Jährige. Havertz sei in der Premier League „am 37. Spieltag gegen Burnley in die Startaufstellung gerutscht und hat das Meister-Tor gemacht. Daran sieht man, dass ihm der Trainer in Hinblick auf wichtige Treffer etwas mehr vertraut als Gyökeres.“
Lehmann warnt aber auch vor „der Schnelligkeit“ der PSG-Offensive um Weltfußballer Ousmane Dembélé: „Und sie sind taktisch sehr flexibel. Deswegen haben sie auch gegen Bayern im Halbfinale gewonnen. Sie waren eben ein bisschen schlauer.“
Dass Arsenal erstmals seit 2004 (mit Lehmann im Tor) den Titel in England geholt hat, nehme „eine Menge Druck von ihnen, auch für das Champions-League-Finale. Wenn sie nicht Meister geworden wären, dann hätten sie das Endspiel unbedingt gewinnen müssen“, sagte der frühere Keeper.
Für die Gunners ist es das zweite Finale in der Königsklasse seit 2006. Vor 20 Jahren hatten sie 1:2 gegen Barcelona verloren – weil Lehmann bereits in der 18. Minute wegen einer Notbremse die Rote Karte gesehen hatte. Dies sei „doppelt enttäuschend“ gewesen, so Lehmann: „Mit VAR wäre es vielleicht anders gewesen. Wichtig ist am Ende immer die Show, niemand wollte ein Elf-gegen-Zehn in so einem Finale sehen. Danach wurde auch niemand mehr in der Hauptzeit eines Finales vom Platz gestellt.“