Kugelstoßerin Yemisi Mabry hat wieder einen Schritt nach vorne gemacht. Die Olympiasiegerin von Paris 2024, die damals noch unter ihrem Mädchennamen Yemisi Ogunleye gestartet war und Ende März den US-amerikanischen Football-Profi Tyler Mabry geheiratet hatte, gewann am Sonntag beim „Goldenen Oval“ in Dresden. Mit 19,21 Metern setzte sich die 27-Jährige von der MTG Mannheim vor der Schwedin Fanny Roos (18,73 m) und Katharina Maisch (LV 90 Erzgebirge/18,48 m) durch.
Nachdem Mabry bereits in der vergangenen Woche beim Meeting in Rehlingen 18,81 Meter gestoßen hatte, steigerte sie ihre Freiluft-Saisonbestleistung im ausverkauften Heinz-Steyer-Stadion vor 10.000 Zuschauern deutlich.
Die Mannheimerin übernahm bereits mit ihrem ersten Versuch (19,16 m) die Führung und ließ sich den Sieg anschließend nicht mehr nehmen. Im Gegenteil: Im letzten Versuch legte sie noch einmal fünf Zentimeter drauf. Weniger als drei Monate vor dem Saisonhöhepunkt, den Europameisterschaften im britischen Birmingham (10. bis 16. August), präsentiert sich die Titelverteidigerin damit nach zuletzt einigen Problemchen in stärkerer Verfassung.
Bereits im Halbfinale hatte Europameisterin Gina Lückenkemper (SCC Berlin) über 100 Meter mit einer Saisonbestleistung von 11,29 Sekunden überzeugt. Im Finale zeigte die 29-Jährige trotz eines verhaltenen Starts dann erneut ihre Klasse und sprintete in 11,23 Sekunden auf Rang zwei. Schneller war nur die Kanadierin Sade McCreath, die in 11,06 Sekunden gewann. Dritte wurde die Italienerin Gloria Hooper (11,25).
Weitsprung-Olympiasiegerin Malaika Mihambo erwischte dagegen einen denkbar schwierigen Einstieg in einen letztlich starken Wettkampf. Die ersten drei Versuche waren ungültig, erst der vierte passte. Mit einem Sprung auf 6,87 Meter siegte die Athletin der LG Kurpfalz dennoch mit Saisonbestleistung vor Ackelia Smith aus Jamaika (6,54 m) und Imke Daalmann (TSV Bayer 04 Leverkusen/6,52 m).
Im Diskuswettbewerb belegte Steven Richter (LV 90 Erzgebirge) Rang drei. Der 23-Jährige hatte sich im April auf der „Segelwiese“ im US-amerikanischen Ramona mit 74,00 Metern auf Platz vier der „ewigen“ Weltbestenliste geschoben, blieb in Dresden mit 66,36 Metern jedoch deutlich unter dieser Marke. Der Sieg ging an den australischen Weltjahresbesten Matthew Denny mit 67,76 Metern vor Abuduaini Tuergong aus China (66,39 m). Henrik Janssen vom Sportclub Magdeburg wurde mit 65,99 Metern Vierter.