Das Wasserflaschen-Verbot der FIFA für die Fußball-WM sorgt für Diskussionen und hat die Politik auf den Plan gerufen. Neben dem New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani nahm auch Torontos Bürgermeisterin Olivia Chow den Weltverband in die Pflicht. Die FIFA hatte zuvor entschieden, dass Fußballfans trotz erwarteter Temperaturen von teils über 30 Grad selbst leere Wasserflaschen nicht mit in die Stadien in den USA, Mexiko und Kanada nehmen dürfen.

Dies sei „besorgniserregend“, sagte Mamdani in einem Interview mit dem Portal The Athletic: „Das werden wir (mit der FIFA) weiterverfolgen, um die Gründe besser zu verstehen. Wir wollen nicht, dass jemand wegen der Wasserkosten im Stadion an Wasser spart, wenn er es sonst trinken würde.“

Im Mai noch hatte der Weltverband als Stadionbetreiber während der WM verlauten lassen, dass leere, transparente und wiederverwendbare Plastikflaschen mit einem Fassungsvermögen von bis zu einem Liter mitgebracht werden dürften. Auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP sagte ein FIFA-Sprecher nun, dass die Regeländerung aus Sicherheitsgründen erfolgt sei. The Athletic berichtete am Freitag, dass die Entscheidung von kommerziellen Erwägungen beeinflusst worden sein könnte.

„Das ist reine Geldmacherei. Warum sollte man eine Wasserflasche kaufen, wenn man sein Wasser einfach mitbringen kann? Das ist günstiger und besser für die Umwelt“, sagte Torontos Bürgermeisterin Chow bei CTV News: „Das ist empörend. Sie wollen einfach nur noch mehr Geld verdienen. Sie machen doch schon Milliardenumsätze. Hört damit auf!“ Sie forderte die FIFA auf, die Entscheidung wiedergutzumachen, indem sie den Fans im Stadion kostenlos Wasser zur Verfügung stelle.

Experten warnen davor, dass Fans durch die erwartete Hitze bei den WM-Spielen gesundheitlichen Risiken ausgesetzt sein könnten. Ein im vergangenen Monat von der Forschungsgruppe „World Weather Attribution“ veröffentlichter Bericht war zu der Einschätzung gekommen, dass 26 der 104 WM-Spiele voraussichtlich unter Bedingungen ausgetragen werden, bei denen die sogenannte Wet-Bulb-Global-Temperature 26 Grad übersteigt – ab diesem Grenzwert gilt ein erhöhtes Gesundheitsrisiko für Sportler.