Jürgen Klopp fordert von der deutschen Fußball-Nationalmannschaft im weiteren WM-Verlauf einen deutlich höheren Einsatz ein. „Wir müssen jetzt die Pace aufnehmen. Wir müssen mindestens mit der gleichen Intensität zu Werke gehen. Wir wurden in den Zweikämpfen aufgefressen“, kritisierte der MagentaTV-Experte nach der Niederlage gegen Ecuador (1:2) im letzten Gruppenspiel.
Mit ihren vielen Ballverlusten habe sich die Mannschaft schwer geschadet. „Die sind nicht cool – aber in den falschen Räumen sind sie eine Katastrophe“, betonte Klopp, der selbst als potenzieller Nachfolger für Julian Nagelsmann gehandelt wird. Die Positionierung habe zudem nicht gestimmt: „Wirtz und Musiala waren überall – aber bei jedem Ballverlust war niemand nirgendwo.“
Fußball müsse generell „gewürzt werden mit Leidenschaft, Intensität und Emotionalität. Wenn es für dich einfach nur Kicken ist“, sagte Klopp, „dann wirst du nicht weit kommen.“
Thomas Müller sprach sogar von „Naivität“. Der Weltmeister Argentinien sei „auf einem abgezockteren Level unterwegs. Wir haben halbseidene Ballbesitzphasen, wo Ballverluste wehtun.“ Seinem Weltmeisterkollegen von 2014, Mats Hummels, fehlte Aktivität. „Wenn du tief verteidigst, muss dein Mittelfeld ultra-aktiv angreifen. Du musst sie stressen. Das fehlt mir bei der Mannschaft. Das ist eine Frage der Eingespieltheit, aber auch des Wollens, eine Charakterfrage.“ Es gebe „deutsche Spieler, die das machen würden. Aber wir haben eine Mannschaft, die da ein bisschen zaghaft ist.“