Nach dem unglücklichen Aus im WM-Achtelfinale haben die Ägypter schwere Vorwürfe erhoben. „Ich möchte es nicht schönreden und von Pech sprechen. Wir sind heute betrogen worden, wir haben Ungerechtigkeit erfahren“, sagte Nationaltrainer Hossam Hassan nach dem 2:3 (1:0) gegen Argentinien: „Wir waren besser als der Weltmeister, aber das Ergebnis ist durch interne und externe Faktoren beeinflusst worden.“

Verbandspräsident Hany Abo Rida reichte zudem offenbar eine formelle Beschwerde gegen das Schiedsrichterteam um Francois Letexier aus Frankreich ein, das berichtet unter anderem die spanische Zeitung AS. Demnach fordert der Verband die FIFA zur Prüfung der Entscheidungen während des Spiels auf und beantragt zudem, dass Letexier im weiteren Verlauf des Turniers nicht mehr zum Einsatz kommt.

„Die Argentinier haben Druck auf den Schiedsrichter ausgeübt“, behauptete Hassan und betonte, man habe ihn im Vorfeld „abgelehnt“. Vor allem die spielentscheidende Szene brachte ihn in Rage: „Ein Elfmeter für uns ist nicht einmal vom VAR gecheckt worden.“ Nach Ansicht der Ägypter habe es vor dem argentinischen Siegtor durch Enzo Fernández (90.+2) ein Foul an Hamdy Fathy im argentinischen Strafraum gegeben. Außerdem sei seinem Team ein Tor von Mostafa Ziko (58.) „aus welchen Gründen auch immer“ aberkannt worden.

Der ehemalige Bundesliga-Schiedsrichter Patrick Ittrich sah zumindest ein Ungleichgewicht, „alle strittigen Entscheidungen sind gegen Ägypten getroffen worden. Die negativen Emotionen sind nachvollziehbar“, sagte er bei MagentaTV. In der Szene des nicht gegebenen Elfmeters sei zudem sichtbar, „wie am Trikot gezogen wird. Für mich ist das ein Strafstoß“, sagte Ittrich.

„Wir hatten den Sieg verdient, aber wir haben keinen Respekt und kein Fair Play erfahren“, ereiferte sich Hassan, „das Leben ist unfair, die Welt ist unfair, aber warum gibt es keine Fairness im Fußball, im Sport? Wir sind ungerecht behandelt worden.“

Einmal in Fahrt, beklagte sich der Coach auch über die Anstoßzeit am Mittag. „Wer ein Spiel für 12.00 Uhr ansetzt, hat nie selbst Fußball gespielt“, sagte er, „sollen die Spieler um 7.30 Uhr Mittag essen?“ Sein Fazit nach dem WM-Aus: „Viele Dinge sind fragwürdig – auf dem Feld und außerhalb. Das schadet der Glaubwürdigkeit.“