Edi Finger und sein legendäres „I wer‘ narrisch“ kennt in Österreich auch 48 Jahre nach der deutschen „Schmach von Cordoba“ jeder Fußball-Fan. Hierzulande erinnern sich viele an Tom Bartels und sein „Mach ihn – er macht ihn!“ beim Siegtor von Mario Götze im WM-Finale 2014. Und wenn nun am Samstag (23.00 Uhr MESZ) im Viertelfinale Norwegen und England aufeinander treffen, hat ganz Norwegen wieder Björge Lillelien im Ohr.

September 1981, der Weltmeister von 1966 muss in der Qualifikation zur WM in Spanien in Oslo antreten. Eine vermeintlich leichte Aufgabe, das Hinspiel haben die Three Lions mit Topstars wie Peter Shilton, Bryan Robson oder Tony Woodcock locker mit 4:0 gewonnen. Im Rückspiel sind auch Kevin Keegan und Glenn Hoddle dabei, Norwegen ist Gruppenletzter – was also soll da schief gehen?

Alles. Nach dem 0:1 von Robson dreht Norwegen mit damals oder danach auch aus der Bundesliga bekannten Profis wie Jan Einar Aas, Anders Giske oder Arne Larsen Ökland das Spiel. Roger Albertsen und Kapitän Hallvar Thoresen treffen zum 2:1 – und für Lillelien gibt es kein Halten mehr.

Als der Schlusspfiff ertönt, kramt der Kommentator des norwegischen Rundfunks NRK ganz tief in der Historienkiste und ruft: „Wir sind die Besten der Welt! Wir haben England geschlagen! (…) Lord Nelson. Lord Beaverbrook. Sir Winston Churchill. Sir Anthony Eden. Clement Atlee. Henry Cooper. Lady Diana. Wir haben sie alle zusammen geschlagen!“

Dann wechselt Lillelien ins Englische und brüllt in Richtung der damaligen britischen Premierministerin: „Maggie Thatcher. Can you hear me?“ Weiter geht’s wieder auf Norwegisch, er habe „eine Botschaft für dich“, schreit Lillelien Thatcher zu, und diese formuliert er wieder auf Englisch, damit Thatcher sie auch verstehe: „Ihre Jungs haben eine gehörige Tracht Prügel bezogen!“ Sicherheitshalber wiederholt er es noch einmal: „Your boys took a hell of a beating!“

Dieser letzte Satz ist in Norwegen zum geflügelten Wort geworden – auch wenn Norwegen die Quali damals als Gruppenletzter beendet und England als -zweiter hinter Ungarn zur Endrunde fährt. Es war dennoch eine der größten Blamagen in der Geschichte der englischen Nationalmannschaft – und aus Sicht des „kleinen“ Norwegen ein Fußball-Wunder. Lilleliens berühmte Worte wurde seither vielfach rezitiert und parodiert – auch von britischen Kommentatoren.