Eine überaus enttäuschende Darts-WM 2026 ist für die belgischen Spieler schon vorbei, bevor überhaupt alle Spiele der ersten Runde absolviert sind (bis 3. Januar LIVE auf SPORT1).

Mit fünf Spielern – und damit einer neuen Rekordzahl – reisten die Belgier mit viel Hoffnung in den Ally Pally. Doch diese wurde im Keim erstickt. Kein einziger Spieler schaffte es, sein Auftaktmatch zu gewinnen.

Mike de Decker (l.) und Dimitri Van den Bergh für Belgien beim World Cup of Darts 2025
Mike de Decker (l.) und Dimitri Van den Bergh für Belgien beim World Cup of Darts 2025Mike de Decker (l.) und Dimitri Van den Bergh für Belgien beim World Cup of Darts 2025

„Das belgische Darts erreicht nach einer schlechten WM einen neuen Tiefpunkt“, titelte die Tageszeitung HLN: „Ein Katastrophenjahr wird damit noch schmerzhafter.“

Darts-WM: Belgier scheitern zum Auftakt deutlich

Gleich beim ersten Spiel der WM verlor Kim Huybrechts gegen den Deutschen Arno Merk (1:3). Sowohl Mario Vandenbogaerde als auch Dimitri Van den Bergh mussten sich in ihren Partien klar mit 0:3 geschlagen geben. Andy Baetens kämpfte aufopferungsvoll gegen Dirk van Duijvenbode, hatte beim 2:3 aber dennoch knapp das Nachsehen.

Für die wohl größte Enttäuschung und Überraschung der bisherigen WM sorgte Mike De Decker am Donnerstagnachmittag. Der Major-Champion von 2024 verlor gegen den kenianischen Debütanten und krassen Außenseiter David Munyua sensationell mit 2:3.

„Das ist ein schwerer Schlag, den ich nicht kommen sah“, meinte der ehemalige Dartspieler und heutige Kommentator Erik Clarys bei Sporza über das Abschneiden der belgischen Profis.

Ex-Profi deutlich: „Müssen sich selbst hinterfragen“

„Sie müssen sich selbst hinterfragen, das wird für sie alle eine große Enttäuschung sein. Wir befinden uns in einer Abwärtsspirale. Darts ist ein Teufelskreis“, ergänzte er.

Doch wie steht es nun um die Zukunft des belgischen Darts? Mit Van den Bergh und De Decker stehen immerhin zwei Spieler am Oche, die erst im vergangenen Jahr ein Major-Turnier gewinnen konnten. Kim Huybrechts zählte über Jahre zu den besten Spielern der Welt, spielte 2015 und 2017 sogar Premier League.

Doch der Trend zeigt zunehmend in die falsche Richtung, die Weltmeisterschaft sei „der Tiefpunkt eines schlechten Jahres für die Belgier“, so HLN. Man sehe „wenig Grund zum Optimismus“. Das Nieuwsblad titelt: „Belgische Tränen bei der WM geben Anlass zur Sorge.“

Herbe Enttäuschung für große Darts-Nation

Clarys blickt optimistischer in die Zukunft: „Das ist nicht das Ende der Welt. Ich bin überzeugt, dass es noch eine Zukunft gibt“, ist er sich sicher und macht einen Vorschlag, wie diese aussehen könnte, um die großen Namen zu unterstützen. „Es sollten einige neue Namen auftauchen, um den Druck mehr zu verteilen. In Belgien gibt es genug Talente, sie müssen nur den Schritt wagen“, sagte er.

Bis dahin muss eine große Darts-Nation allerdings erst einmal die herbe Enttäuschung bei der diesjährigen WM verkraften.