Gut ein Monat sind seit dem tragischen Unfalltod Adam Johnsons vergangen. Während eins Spiels der höchsten Eishockeyliga Englands wurde dem 29-Jährigen durch einen Schlittschuh der Hals aufgeschlitzt. Im Krankenhaus verstarb Johnson später an seiner Verletzung.
Um solch ein Drama in Zukunft zu verhindern, hat sich der Weltverband IIHF nun „auf Empfehlung seines medizinischen Ausschusses“ dazu entschlossen, einen Halsschutz verpflichtend für alle seine Wettbewerbe einzuführen. Dies verkündete die IIHF am Montagnachmittag.
Demnach ist neben den U20- und U18-Veranstaltungen, in denen ein Halsschutz bereits im offiziellen IIHF-Regelwerk vorgesehen ist, „ein Halsschutz nun auch für die Seniorenkategorien obligatorisch“.
IIHF nennt noch keinen fixen Termin
Allerdings könne der Verband noch kein bestimmtes Datum nennen, ab wann die Regelung in Kraft treten wird. Dies hänge von der Versorgungslage ab. „Die IIHF bleibt in engem Kontakt mit ihren Lieferanten, um sicherzustellen, dass diese auf die derzeit hohe Nachfrage reagieren können.“
Aber der Verband empfiehlt schon vor Inkrafttreten der Regel allen Spielern, „die an einem IIHF-Wettbewerb teilnehmen, einen Halsschutz zu tragen“.
Bereits wenige Tage nach dem dramatischen Tod Johnsons hatte die DEL reagiert. In einer Abstimmung der 14 Sportdirektoren der Klubs Anfang November wurde klar für eine Halsschutzpflicht gestimmt. Sie soll ab dem ersten Januar gelten, also noch in der laufenden Saison, eingeführt werden, spätestens zum 1. Februar. Das bestätigte DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke der Sportschau. Auch hier hängt der genaue Termin von der Verfügbarkeit ab.
Tim Stützle tut sich schwer mit dem Halsschutz
Der Vorfall war auch in Nordamerika ein Gesprächsthema, wie der deutsche NHL-Legionär Tim Stützle in einer Medienrunde mir SPORT1 bestätigte. „Natürlich war es sehr tragisch, was da passiert ist. Man hofft, dass so etwas nie wieder passiert. Es war schwer, mitanzusehen“, sagte der Profi der Ottawa Senators.
Er selbst tue sich jedoch schwer mit dem Halsschutz. „Ich habe versucht, den Halsschutz anzuziehen im Training. Es war für mich eher schwierig, mich damit zu bewegen.“ Doch mit der Zeit hoffe er auf weiterentwickelte Modelle, „die angenehmer für die Spieler sind“.
Grundsätzlich ist er von der Sinnhaftigkeit eines Halsschutzes überzeugt. „Man muss auch ein Vorbild für die Jüngeren sein, die das hoffentlich tragen werden.“ Umso früher man sich daran gewöhne, umso weniger werde es später ein Problem sein. „Ich sehe in der DEL, dass es klappt“, lobte er die Situation in Deutschlands Eliteliga.