Von Holger Luhmann, Christian Ortlepp und Florian Weiß
München – Der Start zum umstrittenen USA-Trip des FC Bayern stand unter keinem guten Stern.
Als der Tross am Mittwochmorgen den Flieger zur Marketingreise bestieg, fehlte der Ober-Häuptling.
Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge durfte nicht mit – wegen Problemen mit dem Visum. (News)
Wann der 58-Jährige nachreisen darf, ist noch offen.
„Wir müssen abwarten, wann das Visum vorliegt. Sollte es bis Donnerstag nicht klappen, fliegt er direkt nach Portland“, sagte Mediendirektor Markus Hörwick.
Samstag geht es dann weiter zur Westküste nach Portland.
Sonntag steht ein Training im Providence Park mit anschließendem Pressetalk an, Montag Training und Pressekonferenz. Dienstag öffentliches Training, Medienaktivitäten, Pressetalk und eine Abendveranstaltung in der adidas Fanzone.
Mittwoch das Spiel gegen die MLS Allstars (7. August, ab 3.50 Uhr MESZ, LIVE im TV auf SPORT1 US, Wiederholung ab 10.30 und 17.15 auf auf SPORT1 US und 22.15 Uhr bei SPORT1).
Besondere Belastung für Weltmeister
Dann werden auch die deutschen Weltmeister und übrigen WM-Teilnehmer der Bayern mit dabei sein.
Für Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger, Thomas Müller, Manuel Neuer, Mario Götze, Arjen Robben und Dante wird die Belastung besonders hoch.
Abflug ist nächste Woche Mittwoch um 10 Uhr von München nach Portland. Ohne vorheriges Training, aber mit den Reisestrapazen und neun Stunden Zeitverschiebung in den Knochen müssen sie direkt auf den Platz.
Und unmittelbar danach – ohne Übernachtung – wieder zurück nach München, wo sie am Donnerstag gegen 20 Uhr landen.
Ein 34-stündiger Reisewahnsinn für ein Spiel.
Jerome Boateng hat immerhin einen kleinen Vorteil. Er weilt im Urlaub bereits in den USA, kann sich zumindest den Hinflug sparen.
Guardiola trägt Entscheidung mit
Der FC Bayern pokert hoch, um seine Marke auf dem gigantischen Markt in den Vereinigten Staaten zu präsentieren.
„Wir haben das schon vor Monaten im Vorstand gemeinsam so entschieden, auch wenn wir wussten, dass es vielleicht nicht ganz optimal sein könnte“, sagte Jörg Wacker, FCB-Vorstand für Internationalisierung und Strategie, im SPORT1-Interview.
Während Manchester Uniteds neuer Trainer Louis van Gaal über die USA-Reise des englischen Rekordmeisters kräftig schimpfte, trägt Bayern-Coach Guardiola den Trip der Münchner mit.
„Die wichtigsten Vereine der Welt machen so eine Reise“, sagte der Spanier, der solche Gepflogenheiten aus seiner Zeit beim FC Barcelona allzu gut kennt.
Es sei, „eine große Gelegenheit, sich zu präsentieren, zu zeigen, wer wir sind“, erklärte Guardiola weiter.
Doch die Kehrseite der Medaille ist auch ihm bewusst sein. Sollten die Bayern in dieser Saison schwächeln, wird der umstrittene US-Trip als Wurzel allen Übels angeführt werden.