Geht das gut?

Der FC Bayern ist auf dem Transfermarkt weiterhin auf der Suche nach potenziellen Neuzugängen. Doch ob wirklich noch ein oder mehrere Spieler verpflichtet werden, ist aufgrund von coronabedingten Sparzwängen weiterhin fraglich.

Beim 1:1 gegen Borussia Mönchengladbach hat sich jedoch gezeigt, dass den Münchnern aufgrund ihres jetzt schon verletzungsbedingt arg gebeutelten Kaders eine schwierige Saison bevorstehen könnte.

Nagelsmann fehlen zwei potenzielle Stammspieler

Zwar steht Marcel Sabitzer (RB Leipzig) auf der Warteliste. In der Defensive jedoch scheint ein noch größerer personeller Aderlass zu sein als im zentralen Mittelfeld.

Mit Lucas Hernández (Meniskusreinriss) und Benjamin Pavard (Bandverletzung im linken Sprunggelenk) fehlen Julian Nagelsmann zwei potenzielle Stammspieler.

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Der neue Cheftrainer löste deren Ausfälle vorerst, indem er sich am Freitagabend für eine Viererkette mit Alphonso Davies, Niklas Süle, Neuzugang Dayot Upamecano und Josip Stanisic entschied.

Diese ließ ein ums andere Mal Souveränität vermissen und extrem viele hochkarätige Chance des Gegners zu. (SERVICE: Bundesliga-Spielplan zum Ausdrucken)

“Keiner hat Lust, Gegentore zu bekommen”

“Dass die Defensive ein Thema ist und wir uns da verbessern wollen, ist völlig klar”, erklärte Nagelsmann auf SPORT1-Nachfrage:

“Wir haben letztes Jahr zu viele Gegentore gefangen, und Gladbach hatte in der Anfangsphase zu viele Chancen. Das hat viel mit unserem Spiel mit Ball zu tun. Wir brauchen auch bei Ballverlust eine gute Restverteidigung. Wir dürfen nicht so viel kreuz und quer laufen, weil es dann schwer ist, die Räume zu schließen, die ein anderer aufmacht. Es ist wichtig, eine Struktur zu haben. Wir müssen auch im Gegenpressing effizienter sein. Das ist unsere Aufgabe, aber dazu ist auch jeder unserer Spieler bereit. Keiner hat Lust, Gegentore zu bekommen.”

Die gute Nachricht: Die Stärken von Upamecano waren sehr oft zu sehen. Davies legte in der zweiten Hälfte zu, Süle spielte solide und der 21 Jahre alte Stanisic war überraschend von Beginn an dabei und konnte überzeugen.

Aber reicht das, um den höchsten Ansprüchen des FC Bayern gerecht zu werden? Fraglich! (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Nianzou wackelte in der Vorbereitung

Mit Bouna Sarr und Omar Richards saßen zwei Defensiv-Alternativen auf der Bank, die ihre Bayern-Tauglichkeit bislang noch nicht unter Beweis haben stellen können.

Tanguy Nianzou erhielt bislang reichlich Vorschusslorbeeren, wackelte aber in der Vorbereitung und musste Süle weichen, obwohl der in der Vorbereitung nicht einmal gespielt hatte. Mehr Alternativen gibt es nicht, denn Chris Richards würde den Verein gerne noch verlassen, weil er in München kaum auf Spielzeit kommen dürfte.

Die Abgänge von Jérôme Boateng (vereinslos) und David Alaba (Real Madrid) machen sich zudem schon jetzt bemerkbar.

SPORT1 fragte Nagelsmann: Muss auf dem Transfermarkt nachgelegt werden? “Über personelle Dinge spreche ich nicht öffentlich. Das habe ich schon oft betont. Jeder von uns, mit dem entsprechenden Stellenprofil im Klub, hat die Aufgabe zu schauen, was auf dem Transfermarkt passiert.”

Nagelsmann sucht einen Spielertypen wie Davies

Ursprünglich hat Nagelsmann die Verpflichtung einer offensiven Alternative zu Pavard forciert. Er sucht einen Spielertypen, der Davies auf links ähnelt. Doch der Ex-Leipziger weiß, dass seinem neuen Arbeitgeber finanziell derzeit die Hände gebunden sind und verzichtet öffentlich darauf, Neuzugänge zu fordern. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Umso mehr wird es auf seine Trainerfähigkeiten ankommen, um Talente wie Nianzou endlich startelftauglich zu machen und gleichermaßen ein Rezept zu finden, sodass die Null hinten wieder regelmäßiger steht.

Bereits in der Vorsaison unter Hansi Flick hatte die hochstehende Bayern-Defensive erheblich gewackelt. Unterm Strich mussten Manuel Neuer 55 Mal und Alexander Nübel vier Mal hinter sich greifen. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Nagelsmann weiß um diese Thematik, verzichtet daher vorerst auf Experimente und setzt weiterhin auf eine Viererkette.

Der nächste, echte Prüfstein wird der Supercup bei Borussia Dortmund am Dienstagabend. Ein gewisser Erling Haaland wird sich die Bayern-Defensive gegen Mönchengladbach genau angeschaut haben…

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