Eigentlich läuft beim FC Chelsea aktuell sportlich alles rund: Die Blues stehen mit 22 Punkten nach neun Spielen an der Spitze der Premier League. (SERVICE: Alle News zur Premier League)

Sorge bereiten Thomas Tuchel aktuell nur seine Stürmer um Rekordtransfer Romelu Lukaku. Der Belgier erzielte in der Liga seit seiner Rückkehr im Sommer, für die Chelsea 115 Millionen Euro an Inter Mailand bezahlte, nur drei Liga-Tore. Damit ist er zwar Chelseas Top-Torjäger, aber liegt nur gleichauf mit den eher nicht für ihre exorbitante Torgefahr bekannten Mason Mount und Ben Chilwell.

Viel schlimmer wiegt aber der Fakt, dass Lukaku seit Mitte September kein Pflichtspieltor erzielt hat. Auf drei Tore in seinen ersten drei Spielen folgten vier Spiele ohne Tor, beim 7:0-Erfolg gegen Norwich City am vergangenen Wochenende fehlte er verletzt.

Jetzt soll sich Thomas Tuchel laut englischen Medienberichten sogar im Winter schon einen neuen Stürmer wünschen. Und das, obwohl Lukaku Inter Mailand noch im vergangenen Jahr mit 24 Toren fast im Alleingang zur ersten italienischen Meisterschaft nach über zehn Jahren schoss. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Premier League)

„Nach unseren Informationen hat er (Tuchel) die Verantwortlichen informiert, dass er sich im Winter noch einen Stürmer wünscht“, berichtet der Transferexperte Ian McGarry im The Transfer Window Podcast. „Was ich gehört habe, gibt es keine konkrete Kandidatenliste. Aber es macht schon Sinn, da sich Chelsea zu sehr auf Lukaku verlassen muss und er auch noch Zeit zur Eingewöhnung braucht.“

Tuchel agiert in der Sturmspitze gerne flexibel

Einen neuen Stürmer wünscht sich Tuchel demnach also auch, damit er taktisch noch flexibler im Sturm agieren kann und nicht so leicht auszurechnen ist.

Schon in seinem letzten erfolgreichen Jahr bei Paris Saint-Germain, in dem er mit dem Star-Ensemble das Finale der Champions League erreichte, setzte er immer wieder auf unterschiedliche Typen als Mittelstürmer. Meist spielte der kantige Edinson Cavani oder der schnelle Kylian Mbappé in der Spitze. Er setzte aber auch die eher als Gestalter bekannten Neymar und Pablo Sarabia im Sturmzentrum ein.

Eigentlich hat Thomas Tuchel aber auch beim FC Chelsea schon genug Spieler für den Angriff, auch um taktisch variabel zu agieren. Mit den deutschen Nationalspielern Timo Werner und Kai Havertz hatte er schon in der vergangenen Saison herausragende Alternativen für die Sturmspitze. Beide waren für zusammen 133 Millionen Euro nach London gewechselt und hatten in ihrer ersten Saison mit den Blues gleich die Champions League gewonnen.

Meist agierte der schnelle Werner in der Sturmspitze, mit dem spielstarken Havertz dahinter. Wenn nötig tauschten die beiden Deutschen aber auch ihre Rollen, Havertz agierte als ballverteilender Stürmer und Werner konnte sein Tempo aus tieferen Positionen nutzen.

Mit Lukaku hat Tuchel alle Stürmertypen im Kader

Im Sommer kam dann mit Lukaku noch ein dritter Spielertyp dazu. Der Belgier besticht durch seinen bulligen Körper und ein für seine Größe hohes Tempo. Ist er einmal in der richtigen Position, kann er kaum mehr vom Ball getrennt werden.

Mit den drei Topspielern für den Angriff, die gemeinsam fast 250 Millionen Euro kosteten, scheint also eigentlich jegliche Facette im Sturm abgedeckt. Die drei Angreifer liefern aktuell aber nicht nach den Vorstellungen von Tuchel ab. Zusammen erzielten sie nur fünf Ligatore.

Und so fordert der Erfolgstrainer trotz reichlich Spielermaterial und dem ersten Tabellenplatz von seinem gut betuchten Verein offenbar eine weitere Millionenverpflichtung. Ob diese wirklich nötig ist und Tuchel wirklich zufriedener macht, bleibt aber sehr fraglich.