Die Wellen, die die Jahreshauptversammlung der Bayern Ende November geschlagen hat, sind beim FC Bayern noch nicht abgeebbt.

„Diese Jahreshauptversammlung war sicherlich keine Glanzstunde in der Historie des ruhmreichen FC Bayern. Das hat keinem gefallen, der ein Herz für den FC Bayern hat“, gestand Klub-Präsident Herbert Hainer im STAHLWERK Doppelpass auf SPORT1. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Die Versammlung endete im Tumult, nachdem das Thema der Geschäftsbeziehung des FC Bayern zu Katar zu heftigen Diskussionen geführt hatte. Die Rednerliste wurde so lang, dass sich Hainer schon nach Mitternacht dazu veranlasst sah, die Versammlung zu beenden, obwohl noch drei Redner auf der Liste standen. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

„Ich habe selbst am Tag danach noch mit allen drei Rednern, die nicht mehr drangekommen sind, Kontakt aufgenommen. Wir haben mit allen dreien gesprochen“, sagte Hainer. „Wir haben diese Woche mit mehreren Capos der großen Fanklubs in München ein Meeting gehabt, das sehr, sehr konstruktiv, offen und intensiv war.“

Vorstand und Präsidium auf dem falschen Fuß erwischt

In dieser Situation liege auch eine Chance, erklärte der Bayern-Boss. Beide Seiten hätten die Möglichkeit, ihre Sicht der Dinge darzulegen. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Er räumte aber ein, dass Vorstand und Präsidium von der Emotionalität, die vor allem die Zusammenarbeit mit Katar ausgelöst hat, auf dem falschen Fuß erwischt wurden.

„Natürlich waren wir vorbereitet. Aber ich gebe auch zu, wir waren überrascht von der Vehemenz und der Wucht während der Hauptversammlung“, sagte der 67-Jährige.

Diese sei vor allem wegen des Antrags von Vereinsmitglied Michael Ott aufgekommen, der über die möglichst schnelle Beendigung des Engagements in dem umstrittenen Wüstenemirat abstimmen lassen wollte. Der aktuelle Kontrakt mit der Fluglinie Qatar Airways läuft Mitte 2023 aus.

Auf der Jahreshauptversammlung des FC Bayern geht es wegen dem Streit um Katar heiß her. Zwischen FCB-Mitglied Michael Ott und Vizepräsident Dieter Mayer geht es hoch her.

Auf der Jahreshauptversammlung des FC Bayern geht es wegen dem Streit um Katar heiß her. Zwischen FCB-Mitglied Michael Ott und Vizepräsident Dieter Mayer geht es hoch her.

„Diese Wucht kam von dem Antrag über Katar, der nicht zugelassen wurde, den wir auch nicht zulassen konnten“, sagte Hainer mit Verweis auf eine entsprechende Entscheidung des Landgerichtes München I am Tag der JHV.

Hainer: Merkel warb für Katar-Engagement

Im kommenden Jahr werde man sich anschauen, „was gut gelaufen ist, was nicht gut gelaufen ist, ob wir weitermachen wollen und ob Katar überhaupt weitermachen will“, sagte Hainer über das weitere Vorgehen in dieser Angelegenheit.

Der Präsident verteidigte das Engagement in diesem Zusammenhang.

„Als der Vertrag im Jahr 2016 unterschrieben wurde, hat der FC Bayern mit Vertretern der Bundesregierung Kontakt aufgenommen, um das zu besprechen. Nicht eine Stelle dort hat gesagt, dass wir den Vertrag nicht unterzeichnen sollen“, erklärte er: „Die Bundeskanzlerin Angela Merkel hat 2018 darum geworben, dass sich die deutsche Wirtschaft in Katar engagiert.“

Außerdem sei vielen Bayern-Fans bewusst, dass der Klub nur dann weiter international um Titel spielen könne, wenn auch genügend Geld fließe.

Schließlich würde man auch ein Signal der Gleichberechtigung senden, indem die Bayern ihr Frauentrainingslager in Katar ausrichten.

„Das wird so hingenommen, dass wir mit den Frauen nach Katar fahren. Das ist aber eine enorm wichtige Veranstaltung. Wir setzen ein Signal für Gleichberechtigung, gehen in die Schulen und viel mehr“, sagte er und nahm sich für die Zukunft vor: „Vielleicht muss man solche Aktionen stärker kommunizieren.“

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