Es war die Überraschung der Vorwoche auf dem Transfermarkt: Niklas Süle wechselt im Sommer ablösefrei von Bayern München zu Borussia Dortmund. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)
Als Grund nannten Süle und seine Berater Volker Struth mangelnde Wertschätzung seitens des FC Bayern.
Oft wird der Ausdruck Wertschätzung mit zu wenig Gehalt gleichgesetzt.
Am Rande eines Medientermins im Bayerischen Hof erklärte Bayern-Legende Lothar Matthäus, dass Süles Abgang nur bedingt mit Geld zu tun hatte: „Anscheinend ist etwas vorgefallen bei Niklas Süle und dem FC Bayern, was nicht gepasst hat. Und ich glaube es war nicht das finanzielle Angebot. Es waren kleine zwischenmenschliche Dinge, die Niklas vielleicht nicht gepasst haben.“
Laut Matthäus habe Süle nicht primär die Wertschätzung in Euro, sondern gerade das Lob für seine Leistung oder der Schutz bei Kritik gefehlt. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)
„Er ist häufig kritisiert wurden. Es wurde von Übergewicht gesprochen, und da hat von Bayern niemand reagiert. Wo man andere Spieler immer geschützt hat, wurde Niklas Süle immer allein gelassen. Ich glaube das war dann der ausschlaggebende Punkt“, erklärte Matthäus.
Matthäus: Süle hatte lukrative Angebote aus England
Der Rekordnationalspieler gab beim Pressetermin auch interessante Einblicke in mögliche Angebote für Süle.
„Ich glaube nicht, dass er in Dortmund ein besseres finanzielles Angebot bekommen hat. Er hatte zwei Angebote aus England, das weiß ich: Die wären wesentlich besser gewesen, Newcastle United ist eines von den beiden, da hätte er richtig Geld verdienen können“, berichtete Matthäus.
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Gerade an den abgelehnten Angeboten aus England sehe man, dass es Süle nicht primär um das finanzielle Angebot gegangen sei. Vielmehr habe er sich der Unterstützung der Verantwortlichen bei Bayern icht sicher sein können:
„Sané wurde geschützt, Coman wurde geschützt. Man schützt die Spieler, aber ihn hat man häufig alleinstehen lassen. Von außen hatte ich nie das Gefühl, dass jemand mal den Arm um seine Schulter legt, und das braucht ein Spieler auch unabhängig von seinem Gehalt.“
Matthäus: Süle wollte nie bleiben
Schützend vor Süle stellte sich auch Uli Hoeneß nicht, der seine Spieler oft vehement verteidigt hatte.
„Es gibt immer gewisse Lieblinge, die er hat. Das ist auch völlig normal“, meinte Matthäus dazu. „Mit dem einen kann er einfach besser als mit dem anderen.“ Süle habe wohl nicht zu Hoeneß Lieblingen gehört. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)
Und so glaubt Matthäus zu wissen, dass Süle letztendlich unabhängig vom Geld nicht bei Bayern bleiben wollte: „Deswegen hat Niklas seinem Management wahrscheinlich gesagt, ‚Hör mal, ich will da gar nicht bleiben bei Bayern. Das gefällt mir nicht, ich fühle mich hier einfach nicht wertgeschätzt und nicht wohl.‘“
Eine Entscheidung, die der Rekordmeister nach Matthäus Meinung noch bereuen wird. „Ich weiß nicht, wo ein ablösefreier Spieler besser sein soll als Niklas Süle.“
Ob Bayern einen passenden Ersatz für Süle finden wird, steht noch in den Sternen.
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