Die Kritiker scheinen recht zu behalten!
Im Sommer sorgte Dennis Schröder für großes Unverständnis, als er bei den Los Angeles Lakers einen Vertrag über 84 Millionen Dollar ablehnte und sein Glück als Free Agent versuchte. (KOMMENTAR: Die 84 Mio. werden Schröder verfolgen)
Nach zahlreichen Gerüchten stand am Ende ein Ein-Jahres-Vertrag bei den Boston Celtics für 5,9 Millionen Dollar. Die Reaktionen darauf waren gemischt. Einerseits hatte sich Schröder eine Menge Geld durch die Lappen gehen lassen, andererseits wechselte er zu einem echten Top-Team im Osten mit Chance auf den Titel. Dazu bekam er die Möglichkeit, sich für einen Maximum-Vertrag zu empfehlen. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur NBA)
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Rund fünf Monate später scheinen die Kritiker den richtigen Riecher gehabt zu haben. Anstatt bei den Celtics eine tragende Rolle in einem tiefen Playoff-Run zu spielen und Argumente für einen großen Zahltag mit einem Jahr Verspätung zu sammeln, gab ihn Boston kurz vor Ende der Transferperiode zu den Houston Rockets ab – zusammen mit Enes Freedom und Bruno Fernando im Tausch gegen Daniel Theis.
Dennis Schröder: Vom Top-Team in den Tabellenkeller
Schröder, der bei der Heim-Europameisterschaft 2022 für Deutschland spielen will, wurde also nicht nur als Trademasse abgegeben, er ist auch noch beim aktuell schlechtesten Team der Western Conference gelandet – Höchststrafe! (DATEN: Alle Tabellen der NBA)
Und es kann noch schlimmer kommen. Selbst in diesem Team hat der 28-Jährige keine Stammplatzgarantie. Seinen Wert sieht die Franchise vielmehr in der Weiterentwicklung der jungen Spieler – namentlich Kevin Porter Jr. und Rookie-Guard Jalen Green.
„Ich denke, dass Eric (Gordon, Anm. d. Red.) bei der Entwicklung unserer Guards außerordentlich hilfreich war“, sagte General Manager Rafael Stone auf einer Pressekonferenz am Freitag und fügte in Richtung Schröders hinzu: „Ich hoffe, dass Dennis auf dieselbe Weise hilfreich ist. Wir denken, dass beide diesen jüngeren Spielern bei ihrer Entwicklung helfen.“
Immerhin hatte Stone im weiteren Verlauf auch noch warme Worte für den Deutschen übrig. Dieser sei keineswegs ein Veteran, „der über den Berg ist. Er ist ein wirklich guter Basketballspieler und das schon seit Jahren“.
Dass dennoch Zweifel am Wert Schröders für die Rockets bestehen, kam am Ende der Pressekonferenz nochmal ans Licht. „Ich denke also, dass er gut zu uns passen wird“, sagte Stone, um sich dann selbst zu verbessern: „Ich hoffe, dass er gut zu uns passen wird.“
Schröders Stärken: Geschwindigkeit und Defensive
Keine guten Aussichten also für Schröder, der in der Saison 2019/20 noch Rang zwei in der Rubrik NBA‘s Sixth Man of the Year belegte. Zudem spielte er bei den Celtics bislang zumindest eine solide Saison. Im Schnitt legte er 14,4 Punkte, 3,3 Rebounds und 4,2 Assists auf. Dazu war er in 34,9 Prozent seiner Versuche von Downtown erfolgreich.
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Und genau diese Statistiken sowie seine bekannten Stärken in Geschwindigkeit und Defensive machen den Mann aus Braunschweig, der jüngst einen Berater-Wechsel verkündete, immer noch zu einem begehrten Spieler in der NBA.
Eine weitere Option: der Buyout
Daher gibt es noch eine weitere Chance für Schröder: ein Buyout!
Geht es nach CBS Sport, könnte Schröder sogar einer der besten Buyout-Zugänge aller Zeiten werden. Und es soll auch schon namhafte Interessenten geben. Laut Eurohoops sind die Los Angeles Lakers eine ernstzunehmende Option für eine Rückholaktion. Bereits während der Tradephase soll sich die Franchise aus Hollywood mit dem Point Guard beschäftigt haben.
Dennis Schröder hatte im Frühjahr einen lukrativen Vierjahresvertrag über 84 Millionen Euro bei den LA Lakers abgelehnt. Nach langem Warten unterschreibt der 27-jährige nun für nur ein Jahr bei den Boston Celtics.
Aber am Ende wurde von den Verantwortlichen beschlossen, das Glück auf dem Buyout-Markt zu versuchen. Allerdings ist die Guard-Position bei den Lakers gut besetzt – nicht zuletzt mit Russell Westbrook, der aber aktuell bei der Glamour-Franchise keinen leichten Stand zu haben scheint.
Westbrook-Schwäche als Chance?
Bei der 104:111-Heimpleite gegen die Indiana Pacers ließ Coach Frank Vogel den Superstar in der entscheidenden Phase des Spiel auf der Bank. „Ich wollte die Jungs spielen lassen, von denen ich glaubte, dass sie uns den Sieg bringen könnten“, erklärte Vogel nach der Partie vielsagend. (BERICHT: Abgekartetes Spiel um Ex-MVP?)
Zudem berichtete ESPN, dass sich der Headcoach zuvor offiziell die Erlaubnis der Lakers-Bosse für diese Entscheidung geholt hatte. Vielleicht steht die Tür bei den Lakers für Schröder also doch weiter auf als es auf den ersten Blick scheint.
Auch die Milwaukee Bucks haben Bedarf
Auch die Bucks könnten eine Option sein. Gerade erst haben sie Donte DiVincenzo an die Sacramento Kings abgegeben. Dazu müssen sie für eine längere Zeit auf Pat Connaughton verzichten, der wegen eines Bruchs in der rechten Hand ausfällt.
Es zeigt sich also, Möglichkeiten gibt es für Dennis Schröder, der sich seit seinem NBA-Debüt 2013 einen guten Namen in der Liga erarbeitet hat.
Einen 84-Millionen-Dollar-Vertrag wird er aber erstmal nicht mehr angeboten bekommen.