Es war die letzte Medaillen-Chance für Markus Eisenbichler bei den Olympischen Spielen in Peking. (News: Alle aktuellen Infos zu Olympia 2022)

Zuvor hatte der 30-Jährige auf der Normalschanze den zweiten Durchgang verpasst, auf der Großschanze war der gebürtige Oberbayer nicht über Platz fünf hinausgekommen.

Der Teamwettbewerb, bei dem er zusammen mit Karl Geiger, Stefan Leyhe und Constantin Schmid antrat, stellte somit die letzte Möglichkeit für Eisenbichler dar, in Peking seine erste olympische Medaille zu gewinnen.

Bereits sechsmal wurde er Weltmeister – eine Olympiamedaille fehlte ihm allerdings noch in seiner Sammlung.

Skispringen bei Olympia: Eisenbichler überragt alle

Das änderte sich am Montag: Dank eines spektakulären Showdowns sicherten sich die deutschen Springer die Bronzemedaille im Teamspringen. Die DSV-Adler landeten dabei lediglich mit 0,8 Punkten vor den viertplatzierten Norwegern.

Nach acht Durchgängen gab die Winzigkeit von 44 Zentimetern den Ausschlag.

Eisenbichler war nach dem Krimi mit den Nerven völlig am Ende: „Ich habe gehofft, ich habe gebetet. Vor vier Jahren durfte ich nicht mithüpfen, jetzt wollte ich unbedingt diese Medaille haben. Ich werde heute Abend schon zwei Bier trinken. Aber nach zwei Halben bin ich wahrscheinlich so strunzenvoll, dass ich nicht mehr weiß, wo oben und unten ist.“

Eisenbichler spielte beim Triumph der DSV-Adler eine ganz besondere Rolle. Der grandios aufspringende Bayer glänzte mit 136 und 139,5 Metern als der klar beste deutsche Springer und hatte damit entscheidenden Anteil am Erfolg des DSV-Teams. (DATEN: Der Zeitplan von Olympia 2022)

Der Bayer konnte damit gewissermaßen seine persönliche Rechnung begleichen.

Olympia: Eisenbichler wird 2018 nicht nominiert

Bei den Olympischen Spielen 2018 in Pyeongchang war Eisenbichler nicht für den Teamwettbewerb nominiert worden, Teamkollege Stephan Leyhe übernahm den Platz.

Die deutschen Skispringer holten im Teamwettbewerb schließlich die Silbermedaille – und Eisenbichler durfte nur zuschauen. Nun gingen Leyhe und Eisenbichler knapp vier Jahre später zusammen an den Start und die DSV-Adler sicherten sich die Bronzemedaille. (DATEN: Alle Ergebnisse bei Olympia 2022)

„Ich kann nicht mehr, ich bin einfach durch! Ich wollte unbedingt diese sch*** Medaille. Das von vor vier Jahren hat an mir genagt“, gab Eisenbichler im Gespräch mit der ARD zu.

Dass Eisenbichler mit Wut im Bauch an den Start ging, konnte man auch an der Anspannung erkennen, die nach dem Erfolg von ihm abfiel. (SERVICE: Der Medaillenspiegel)

Hand in Hand sprangen Eisenbichler und seine DSV-Kollegen mit einem letzten mächtigen Satz auf das Siegerpodest und schrien ihre schiere Freude in die eiskalte chinesische Nacht hinaus.

Happy End nach Mixed-Wettbewerb-Farce

Auch für Geiger und Schmid gab es nach somit nach der Farce aus der vergangenen Woche ein Happy End. Beim Mixed-Wettbewerb der Olympischen Spiele war die Olympia-Zweite Katharina Althaus aufgrund eines nicht regelkonformen Anzugs disqualifiziert worden.

Beim 1. Durchgang im Mixed-Wettbewerb der Olympischen Spiele in Peking hagelt es Disqualifikationen. Auch das deutsche Team ist betroffen. Besonders bitter: das Team war bereits auf Medaillen-Kurs.

Beim 1. Durchgang im Mixed-Wettbewerb der Olympischen Spiele in Peking hagelt es Disqualifikationen. Auch das deutsche Team ist betroffen. Besonders bitter: das Team war bereits auf Medaillen-Kurs.

Damit platzten sämtliche Medaillenträume, da das deutsche Team bereits nach dem ersten Durchgang ausschied. Skisprung-Star Geiger wetterte noch einige Tage später über die skandalöse Entscheidung.

„Es war in der Situation extrem frustrierend, sowohl für die Sportler, als auch die Trainer, da alle davon ausgehen, dass das Material passt. Dann ändert sich durch irgendeine Situation etwas und dann kommen die Disqualifikationen. Das hat keiner verstanden“, ärgerte sich auch Schmid.

Die Bronzemedaille im Teamwettbewerb dürfte damit Balsam auf die Seelen der deutschen Skispringer gewesen sein, die sich zuvor noch betrogen fühlten.

„Es ist so cool, es war unglaublich knapp. Ich habe befürchtet, es reicht nicht. Bei Lindviks Sprung dachte ich nur ‚bitte, bitte, bitte, bitte, bitte‘. Jetzt bin ich heilfroh, weil es echt wichtig für das Team gewesen ist“, zeigte sich Geiger nach dem Triumph überglücklich.

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