Das norwegische Biathlon-Team dominierte die vergangene Weltcup-Saison nach Belieben. 19 der 21 Einzelrennen gewannen Athleten aus dem skandinavischen Land, die angeführt von Überflieger Johannes Thingnes Bö letztlich fünf der besten sieben Plätze in der Gesamtwertung belegten.
Nun verriet Chefcoach Siegfried Mazet in einem Interview mit Le Dauphine, was seiner Meinung nach die Gründe für die herausragenden Leistungen waren. Einerseits nannte er die makellose Arbeit im eigenen Team, andererseits profitierten die Norweger auch von den Schwächen der anderen Nationen.
„Man musste kein Trainer sein, um zu sehen, dass Quentin (Fillon Maillet; Anm. Red.) nicht auf dem gleichen Level wie im vorherigen Winter war. Dadurch ist schon mal ein Platz frei geworden. Dann gab es keine Russen und Belarussen“, erklärte Mazet nüchtern. „Die Deutschen suchen sich seit vier, fünf Jahren selbst. Und Emilien (Jacquelin) hatte Auf und Abs.“
Der Trainer der Norweger ergänzte: „Plötzlich sind alle in der Hierarchie ein, zwei Plätze nach oben gerutscht und wir hatten fünf Großkaliber.“
Vergangener Winter nur eine Ausnahme-Saison?
Dass die Norweger diese einmalige Erfolgsstory in dieser Saison weiter schreiben werden, kann sich Mazet allerdings nur schwer vorstellen.
„Ich denke nicht, dass wir diese Saison noch einmal wiederholen können. Und ich sage mir auch selbst, dass wir die Tafel nach einer Saison mit einem Schwamm abwischen und wieder von vorne anfangen sollten“, meinte der 45-Jährige.
Sein Team könnte beispielsweise „zu selbstbewusst sein, während die anderen rebellieren“, schilderte Mazet. „Ich rechne mit allem, deswegen ist die Situation so interessant für uns.“