Am Ende eines epischen Dreisatz-Thrillers gegen Carlos Alcaraz fiel Novak Djokovic abgekämpft auf den Rücken, dann riss er sich sein Shirt vom Leib. „Das war eines der härtesten Matches, das ich je in einem Turnier gespielt habe“, sagte der 36 Jahre alte Serbe nach seinem Sieg gegen den Weltranglistenersten aus Spanien im atemraubenden Finale das ATP-Masters in Cincinnati.

5:7, 7:6 (9:7), 7:6 (7:4) hieß es nach 3:49 Stunden in einer Neulauflage des Endspiels von Wimbledon, das Alcaraz in fünf Sätzen gewonnen hatte. Es war das längste Finale der ATP-Tour seit 1990.

Vor allem Djokovic hatte mit den extrem schwül-heißen Bedingungen bei über 30 Grad Celsius lange Zeit große Probleme und deutete sogar Schwindelgefühle an. So lag er bereits mit Satz und Break zurück, als er sich mit dem Rücken zur Wand untersuchen ließ.

Wie so oft fand er danach plötzlich neue Kraft und kämpfte sich zurück. Dennoch musste Djokovic im Tie-Break des zweiten Satzes einen Matchball abwehren. Auch der dritte Satz verlief sehr intensiv, ehe Djokovic seine fünfte Chance zum Sieg nutzte.

Djokovic fühlt sich an Nadal erinnert

„Es gäbe so viel zu sagen, aber ich weiß nicht, ob ich die Kraft dazu habe“, sagte der Serbe, als er die Trophäe in den Händen hielt.

Dann blickte er zum 20 Jahre alten Alcaraz und ergänzte: „Du gibst nie auf, oder? Jesus Christ. Das liebe ich an dir. Aber manchmal wünschte ich, du würdest ein paar Punkte mehr so spielen (deutet mit der Hand Schlag an, Anm. d. Red.).“

Alcaraz entgegnete: „Spanier sterben nie“. Djokovic reagierte schlagfertig: „Davon habe ich gehört. Oder besser – ich habe das bereits erlebt.“ Damit spielte der 36-Jährige natürlich auf seinen großen Rivalen Rafael Nadal an, mit dem er sich bereits viele legendäre und extrem lange Duelle geliefert hat.

Der unterlegene Alcaraz fand ebenfalls positive Worte über seinen Gegner: „Es ist unglaublich gegen dich zu spielen, mit dir den Platz zu teilen, und von dir zu lernen.“

Alcaraz ist Titelverteidiger bei den US Open

Die US Open beginnen am Montag der kommenden Woche. Alcaraz ist dort Titelverteidiger.

„Das Match war sehr eng, ich werde zurückkommen“, sagte der Spanier. In seinem Duell mit dem Zweiten der Weltrangliste steht es nun 2:2.

Für den Serben war der Sieg in Cincinnati zugleich sein 39. bei einem Masters-Turnier.

Mit Sport-Informations-Dienst (SID)