Mary Earps ist mit der englischen Nationalmannschaft bis ins Finale der Frauen-WM eingezogen. Bei der Niederlage gegen Spanien parierte sie einen Elfmeter, anschließend wurde die 30-Jährige als beste Torhüterin des Turniers ausgezeichnet. In die Schlagzeilen geriet sie aber nicht wegen ihrer sportlichen Heldentaten.
Ihr Name trendete beim Kurznachrichtendienst X aus einem geradezu bizarren Grund: Ihr Trikot wird von Sportartikelhersteller und England-Ausrüster Nike nicht zum Verkauf angeboten. Anders als die Jerseys ihrer Kollegin steht es schlicht nicht zum Verkauf. Weil es sich, so offenbar die Argumentation von Nike, nicht verkauft.
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Vor Beginn der WM hatte Earps ihren anhaltenden Streit mit dem Ausrüster enthüllt: „Es ist etwas, gegen das ich hinter verschlossenen Türen gekämpft habe“, erklärte die Torhüterin von Manchester United: „Ich habe verzweifelt versucht, mit der FA und Nike eine Lösung zu finden. Was sie sagen, ist, dass die Torhüterinnen nicht wichtig sind, ‚aber Sie können eine Stürmerin sein, wenn Sie wollen‘.“
Wirbel um Earps: Nike reagiert mit Statement
Sie sprach von einer „sehr beängstigenden Botschaft, die an Torhüterinnen weltweit gesendet wird, dass man nicht wichtig ist“. Das Vorgehen von Nike sei für die 30-Jährige „enorm enttäuschend und sehr verletzend“. Earps hatte erfolglos angeboten, die Trikot-Herstellung selbst zu bezahlen – zu Beginn des Jahres hatte sie dann eine eigene Modemarke gegründet, um selbst ein alternatives Trikot auf den Markt bringen zu können.
Sportlich beeinflussen ließ sich Earps von dem Trikot-Wirbel nicht, bei der WM hielt sie meist stark. Was auch viele Fans honorierten und eine Petition gegen Nike ins Leben riefen, die mittlerweile über 70.000 Unterschriften gesammelt hat. In den sozialen Netzwerken hagelte es gerade rund um das Finale Kritik für das US-Unternehmen.
Nike reagierte nach der Endspielniederlage mit einem Statement auf die immer lauter werdenden Rufe nach einem Earps-Trikot. Eine Sprecherin sagte dem Daily Mirror, dass man die Nachfrage erkenne, verstehe und an einer „Lösung für zukünftige Turniere“ arbeite.
Alleine ist Earps übrigens nicht mit ihrem Schicksal. Auch das Trikot der deutschen Nationaltorhüterin Merle Frohms steht im offiziellen Fanshop beispielsweise nicht zum Verkauf, der DFB wird von adidas ausgerüstet.