Wegen des Betrugsskandals trainiert Julia Simon nach wie vor nicht mit der französischen Biathlon-Mannschaft. Dass die Gesamtweltcupsiegerin als Maßstab für die jüngeren Athletinnen fehlt, schadet dem Niveau innerhalb der Gruppe jedoch nicht, meint Frankreichs Trainer Cyril Burdet.

In einem Interview mit dem Nordic Magazine sagte Burdet, dass die Leistungen in den drei vergangenen und intensiven Wochen „ordentlich“ waren. „Unser Fokus lag darauf, in Situationen mit extremer Ermüdung zu arbeiten“, so der 45-Jährige. Vor allem im physischen Bereich hätten sich seine Schützlinge deutlich verbessert.

Burdet fügte hinzu: „Der Plan verläuft wie gewünscht. Zwar gibt es immer wieder kleine Ermüdungserscheinungen und kleine körperliche Probleme zu bewältigen, aber das ist normal, weil man im Hochleistungssport immer mit den Grenzen konfrontiert wird. Insgesamt ist die Gruppe gut drauf und macht Fortschritte.“

Simon? „Viele Dinge liegen nicht in meiner Hand“

Durch das Fehlen von Simon rücken andere Läuferinnen in den Vordergrund, übernehmen mehr Verantwortung.

Das betrifft unter anderem Chloé Chevalier, die ein Sonderlob von Burdet erhielt. „In der Art und Weise, wie sie ihr Training gestaltet“, sei die 27-Jährige in einer neuen Phase angekommen. „Das finde ich sehr interessant. Sie zeigt eine gewisse Reife“, stellte der französische Coach fest. Im vergangenen Winter holte Chevalier beim Sprint in Antholz ihr erstes Weltcup-Podest bei einem Einzelrennen.

Burdet wurde auch auf den Skandal um Simon angesprochen, hielt sich aber recht bedeckt. „Der Kontext ist kompliziert“, erklärte er und rückte diesen brisanten Nebenaspekt für das Team in den Hintergrund: „Mir ist wichtig, dass wir uns auf eine sportliche Saison vorbereiten. Wir werden nach unseren Ergebnissen und unserer Fähigkeit, Leistung zu bringen, beurteilt. Ich bewege mich im Einklang mit den Ereignissen. Viele Dinge liegen nicht in meiner Hand.“

Simon wird vorgeworfen, dass sie Teamkollegin Justine Braisaz-Bouchet sowie einem weiteren Mitglied der französischen Mannschaft Kreditkarten gestohlen und damit für 1.620 Euro im Internet eingekauft habe. Seitdem bereit sich Simon individuell auf den kommenden Winter vor.