Steven Gardiner galt als der Favorit über die 400 Meter bei der Leichtathletik-WM, doch seinen Halbfinal-Lauf hatte sich der 27-Jährige von den Bahamas mit Sicherheit anders vorgestellt.

Dabei lief zunächst alles nach Plan. Etwa 100 Meter vor dem Ziel lag der Olympiasieger in Führung, als er plötzlich seinen Traum vom WM-Titel aufgeben musste. Gardiner zuckte zusammen, stolperte mit schmerzverzerrtem Gesicht noch einige Schritte vorwärts und stürzte schließlich auf die Tartanbahn.

Steven Gardiner liegt nach seinem Sturz vor Schmerzen gekrümmt am Boden
Steven Gardiner liegt nach seinem Sturz vor Schmerzen gekrümmt am BodenSteven Gardiner liegt nach seinem Sturz vor Schmerzen gekrümmt am Boden

In der Folge wurde er von auf die Strecke gelaufenen Sanitätern versorgt, die ihm sogar einen Rollstuhl bringen mussten, in dem er unter aufmunterndem Applaus aus dem Stadioninnenraum gefahren wurde. Alleine aufstehen konnte er nach seinem Sturz offenbar nicht mehr.

Seinem bislang größten Erfolg, der Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Tokio 2021, mit dem er der erste männliche Goldgewinner von den Bahamas wurde, steht nun sein wohl größter Rückschlag seiner Karriere gegenüber. Denn die Goldmedaille bei der WM in Budapest hatte er fest anvisiert.

Gardiner nicht der einzige, der im Rollstuhl weggebracht werden musste

Den Bildern nach zu urteilen verletzte sich der Läufer von den Bahamas wohl am Oberschenkel, jedoch war er nicht der Einzige, der es bei seinem Halbfinallauf nicht bis ins Ziel schaffte.

Botswanas Bayapo Ndori schied schon etwas früher als Gardiner aus und musste ebenfalls vom medizinischen Personal in einem Rollstuhl abtransportiert werden. Es war ein echtes Verletzungsdrama, das sich am Dienstagabend beim dritten Halbfinallauf über die 400 Meter zutrug.

Die Profiteure der beiden Verletzungen waren Quincy Hall aus den USA und Jamaikaner Sean Bailey, die sich die beiden festen Plätze für das Finale am Mittwochabend sicherten. Dort gelten nach Gardiners Ausfall nun der Jamaikaner Antonio Watson und Matthew Hudson-Smith aus Großbritannien als die Anwärter auf die Goldmedaille.