Wahnsinnsspiel in Magdeburg! Trotz viermaliger Führung muss sich Hertha BSC Berlin am fünften Spieltag mit 4:6 beim 1. FC Magdeburg geschlagen geben.

Hertha-Trainer Pal Dardai zeigte sich bei Sky als fairer Verlierer: „5:5 wäre zum Schluss besser gewesen und dann geht man mit einem Punkt nach Hause. Aber der Gegner hat verdient gewonnen. Trotzdem ein gutes Spiel, wir haben viele Tore geschossen, aber ein Riesenlerneffekt.“

Der andere Bundesliga-Absteiger FC Schalke 04 kommt ebenfalls nicht wirklich in Tritt und muss sich bei Aufsteiger SV Wehen Wiesbaden mit einem späten 1:1-Remis begnügen. In der dritten Samstagspartie setzt sich Holstein Kiel mit 2:1 gegen den SC Paderborn durch und übernimmt zumindest bis Sonntag die Tabellenführung vor Magdeburg.

Hertha verliert nach viermaliger Führung

In Magdeburg entwickelte sich von Beginn an ein wilder Schlagabtausch mit einer frühen Führung für die Hertha, die im fünften Spiel die vierte Pleite kassierte. Nach einem Magdeburger Fehler im Aufbauspiel war Fabian Reese nach zwei Minuten zur Stelle und schloss ins rechte Eck ab.

Die Gastgeber zeigten sich aber alles andere als geschockt und kamen nur fünf Minuten später zum Ausgleich. Nachdem Luca Schuler an Keeper Tjark Ernst gescheitert war, staubte Silas Gnaka zum 1:1 ab.

In der 22. Minute war wieder die Hertha an der Reihe. Haris Tabakovic wühlte sich links im Strafraum durch und passte in die Mitte, wo Marten Winkler nur noch einschieben musste.

Eine Viertelstunde später gelang Magdeburg der erneute Ausgleich, als Schuler nach einem Aussetzer von Marc Oliver Kempf das 2:2 besorgte.

Doch damit nicht genug, in der 43. Minute ging Hertha zum dritten Mal in Führung: Tabakovic köpfte nach einer Flanke von Winkler ins rechte Eck ein.

El Hankouri schießt Magdeburg zum Sieg

Nach der Pause dauerte es nur vier Minuten, ehe Magdeburg den dritten Ausgleich erzielte. Jason Ceka setzte den Ball aus 18 Metern ins rechte Eck.

Und die Hertha? Die Berliner schüttelten sich kurz und trafen nach 55 Minuten zum 4:3. Nach einer Ecke legte Smail Prevljak per Kopf für Tabakovic ab, der ebenfalls per Kopf traf. Die vierte Führung hielt aber nur drei Minuten: Nach Flanke von Mohammed El Hankouri köpfte Ceka von der Grundlinie quer zu Leon Bell Bell, der das Leder unter die Latte zimmerte.

In der 68. Minute war es dann soweit, Magdeburg ging erstmals in Führung, als sich El Hankouri ein Herz fasste und den Ball aus 20 Metern in den rechten Winkel jagte. In der Nachspielzeit machte Ahmet Arslan dann alles klar für die Hausherren.

„Wenn man vier Tore auswärts schießt, muss man gewinnen. Mehr gibt es eigentlich nicht zu sagen. Unterm Strich hat die Mannschaft verloren, die mehr Fehler gemacht hat“, sagte Tabakovic.

Schalke kassiert späten Ausgleich

Schalke dominierte zwar im ersten Durchgang, kam aber nur zu einer guten Möglichkeit, als Wehen Wiesbadens Keeper Florian Stritzel nach 25 Minuten ein Eigentor verhinderte. Drei Minuten zuvor hatte Kianz Frose die Führung für den Aufsteiger verpasst, als sein Schlenzer knapp am Tor vorbeiflog.

Neun Minuten nach der Pause gelang den Königsblauen aus heiterem Himmel der Führungstreffer, als Tobias Mohr nach Vorarbeit des eingewechselten Last-Minute-Neuzugangs Derry Murkin sträflich alleingelassen einschießen konnte.

Der Ausgleich fiel in der fünften Minute der Nachspielzeit: Henning Matricianis Klärungsversuch auf der Linie landete bei Max Reinthaler, von dessen Schienbein der Ball ins Tor prallte.

Robert Leipertz brachte Paderborn in Kiel nach 12 Minuten per Kopf in Front, ehe Tom Rothe nach 31 Minuten für Kiel ausgleichen konnte.

Den Kieler Siegtreffer besorgte Steven Skrzybski mit einem Traumtor: Der Offensivakteur nahm kurz hinter der Mittellinie Maß und überwand Torhüter Jannik Huth, der zu weit vor seinem Gehäuse stand.